Werte Besucher!

Zur Zeit sind keine “Kulturreisen” in Planung.

Das gesamte übrige Programm
wird 2013 überarbeitet.

Als Reiseleiter und Stadtführer durch Bamberg
stehe ich natürlich weiterhin zur Verfügung.

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Beste Grüße,

Michael Pecht

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Übersicht über Kulturreisen 2011

Juni 2011
Von Steinzeitmenschen und KELTENFÜRSTEN …
Ein Sommerausflug nach Nördlingen und ins Ries.

Von Steinzeitmenschen und Keltenfürsten, von einem Meteoriten aus den Weiten des Alls und merkwürdigen Schwabensteinen und von der überaus bedeutenden, wohlhabenden und im 30jährigen Krieg umkämpften Freien Reichsstadt Nördlingen handelt die Geschichte des Rieses, der Landschaft zwischen Fränkischer und Schwäbischer Alb.

Als vor 15 Millionen Jahren ein Meteorit den annähernd kreisrunden Kessel von 25 Kilometern Durchmesser schuf, entstand aus der Vermischung des kosmischen Materials mit dem der Erde der das Ries prägende Suevit, der Schwabenstein. Dieses poröse Gestein bot zu allen Zeiten beste Voraussetzungen zu Wohn- und Bauzwecken genutzt zu werden.

Ein schönes Beispiel dafür sind die karstigen Hohlräume der mysteriösen Ofnethöhlen, in denen zum Ende der Mittelsteinzeit 33 abgetrennte Köpfe in „Schädelnestern“ deponiert wurden. Die leicht zugänglichen  Höhlen liegen nicht weit entfernt von Nördlingen, der mit 20.000 Einwohnern größten Stadt Nordschwabens und im Mittelalter zweitwichtigsten Messe- und Handelsstadt Süddeutschlands.

Die fast kreisrunde Stadt mit ihren Stadttoren und Wehrtürmen und mit ihrer rundum begehbaren Stadtmauer, mit ihrer komplett erhaltenen mittelalterlichen Bausubstanz aus Fachwerk- und steinernen Giebelbauten und dem Rathaus mit seiner berühmten Treppe, lädt den Besucher zum Bummel durch die gemütlichen Gassen ein.

Im Zentrum der Stadt erhebt sich die lichte Halle der komplett aus Schwabenstein erbauten St.-Georgs-Kirche, überragt von ihrem markanten Turm, dem „Daniel“. Schattige Parkanlagen, das kühle Nass der die Stadt durchfließenden Eger und zahlreiche gemütliche Gasthäuser – wie das, in dem wir gemeinsam gut zu Mittag essen – vervollständigen das Bild der idealen mittelalterlichen Stadt.

Westlich Nördlingens ragt der Ipf bei Bopfingen in den Himmel. Der von Linden und Akazien bekrönte Berg trug zu frühkeltischer Zeit eine bedeutende Wallburg und war der Herrschaftsmittelpunkt eines Keltenfürsten. Der Blick vom Ipf hinunter ins Ries gehört zum Schönsten was den an der Vergangenheit interessierten Besucher erfreuen mag!

Mai 2011
Zu Gast bei KAISER Friedrich BARBAROSSA -
Gelnhausen und Büdingen in Oberhessen: Zwei Stätten deutscher Geschichte.

Der deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus dem Geschlecht der Staufer gehört zweifelsohne zu den populärsten Herrschergestalten des Mittelalters. Sein früher und tragischer Tod im Flusse Saleph zu Beginn des Dritten Kreuzzugs ins Heilige Land, an dem er zusammen mit Richard Löwenherz, dem König von England, teilnahm und seine Auseinandersetzungen mit Herzog Heinrich dem Löwen sind tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben.

Das oberhessische Gelnhausen ist untrennbar mit Kaiser Friedrich Barbarossa verbunden, da dieser nicht nur 1170 die Stadt gründete und eine Kaiserpfalz errichtete, die die besterhaltene Pfalz der Stauferzeit ist und deren Steinmetzarbeiten an Türgewänden, Kapitellen und Kaminen zum Qualitätvollsten Staufischer Kunst gehören, sondern dort auch 1180 einen historisch bedeutenden Reichstag abhielt, auf dem Heinrich der Löwe entmachtet wurde. In Gelnhausen wird man auf Schritt und Tritt an die Zeit Staufischen Herrschertums, also an die Epoche der Spätromanik, erinnert, denn außer der Pfalz laden das Romanische Haus und vor allem die mehr als prächtig ausgestattete Marienkirche zum staunenden Betrachten ein. Zahlreiche gotische Fachwerkbauten, so auch das älteste Fachwerkhaus Hessens, errichtet 1340, die Stadtmauer und ihre Tortürme vervollständigen das hübsche Stadtbild.

Noch schöner als Gelnhausen ist jedoch das keine 20 km entfernte Residenzstädtchen Büdingen, das aus der Burgmannensiedlung des fast kreisrunden staufischen Wasserschlosses der Fürsten von Ysenburg hervorging und das zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas gezählt wird!
Die von alters her bestehende Gliederung aus Schloss, Vorburg, befestigter Stadt und Vorstadt ist hier unverändert erhalten geblieben und nichts stört das städtische Gesamtkunstwerk aus Gotik und Deutscher Renaissance. Diese Symbiose von Schönheit und Harmonie ist nahezu einmalig und wird durch Einzelbauten wie dem Steinernen Haus, dem Jerusalemer Tor oder dem Residenzschloss noch gesteigert.

Der Tagesausflug in eine wunderschöne, uns zwar benachbarte, doch kaum bekannte Region, wird durch das gemeinsame Abendessen in einem kleinen Büdinger Gasthof perfekt vervollkommnet.

Mai 2011
KELTEN, RÖMER … und Osmanen -
Eine Kulturreise nach Ingolstadt: Eine der attraktivsten Städte Altbayerns.

Kaum eine andere Stadt ist touristisch so wenig bekannt, wie das an der Donau liegende Ingolstadt, die zweitgrößte Stadt Altbayerns. Allzu oft assoziiert man es allein mit neuzeitlicher Industrie und vergisst dabei die glanzvolle Vergangenheit der Residenzstadt als Zentrum höfisch-französisch geprägter Kultur – der Zeit, als dort der Bruder Königin Isabeaus de Bavière und somit der Schwager des französischen Königs residierte.

Doch schon lange bevor im Mittelalter das riesige herzogliche Neue Schloss mit seinen kostbaren Raumfluchten, vergleichbar nur dem Schloss in Meißen, das Münster zur Schönen Unserer Lieben Frau, ein Kirchbau kathedralen Anspruchs, die Stadtmauer mit ihren 87 Türmen und wehrhaften Torbauten, die Hohe Schule, also die baierische Landesuniversität, und unzählige giebelständige Patrizierbauten errichtet wurden, gab es beim unweit gelegenen Dorf Manching eine zu ihrer Zeit ähnlich bedeutende Stadtanlage.

Das keltische Oppidum, wohl die Hauptstadt des keltischen Stammes der Vindeliker, gilt als größtes prähistorisches Bauwerk nördlich der Alpen: Die stadtartige Siedlung von 380 ha Grundfläche war von einem bis heute sichtbaren Wall von über 7 km Länge umzogen und bot einst bis zu 10.000 Menschen Heimstatt. Die keltischen Funde der seit Jahrzehnten erforschten Stätte, aber auch die nahe dem heutigen Dorf Oberstimm gefundenen römischen Kriegsgaleeren, werden in einem sensationell guten, 2006 errichteten Museumsneubau, dem „Kelten Römer Museum“ am Rande Manchings präsentiert.

Die Galeeren der Römer unterschieden sich kaum von denen des Jahres 1571, als christliche Streitkräfte die Osmanen in der Seeschlacht von Lepanto vernichtend schlugen. Die kostbare Monstranz der Ingolstädter Asamkirche, der Kirche Maria de Victoria, deren Decke mit einem monumentalen Fresco Cosmas Damian Asams geschmückt ist, erinnert genauso wie die „Türkenbeute“ im herzoglichen Schloss an diese längst vergangenen Zeiten, als Türken und Muslime noch nicht als Freunde und Partner, sondern als Fremde und Bedrohung empfunden wurden.

Im ältesten Gasthaus der Stadt, dem „Daniel“, das schon seit 1471 Gäste bewirtet, essen wir gut bürgerlich-bayerisch zu Mittag; am Nachmittag, zum Ende des gemeinsamen Besichtigungsprogramms, laden kleine Cafés zum individuellen Verweilen bei Kaffee und Kuchen ins Gewirr der Altstadtgassen ein.

März 2011
Balthasar Neumann und der hl. Nektarios von Aegina –
Christliches Kunstschaffen zwischen Steigerwald und Rhön.

Kaum eine andere Region unserer fränkischen Heimat wird so stark von sakralen Bauwerken geprägt wie die unterfränkischen Gebiete, die einst zum Hochstift Würzburg gehörten. Die Würzburger Bischöfe – exemplarisch seien Lorenz von Bibra, Julius Echter von Mespelbrunn und Johann Philipp Franz von Schönborn genannt – förderten die Künste außerordentlich stark und so gleichen die Kirchen oft genug den kostbaren Fassungen wertvoller Pretiosen.

Das „Museum Johanniskapelle“ in Gerolzhofen ist solch ein Hort der Kunst und unverzichtbar zum Verständnis der künstlerischen und geistigen sowie geistlichen Wurzeln Frankens: Unter dem zusammenfassenden Titel „Kunst und Geist der Gotik“ werden Bildwerke Tilman Riemenschneiders, Gemälde, Altargeräte, Objekte privater Frömmigkeit und vieles mehr gezeigt und erfreuen somit  Auge und Gemüt des Kunstliebhabers wie gleichermaßen des Gläubigen.

Aus der Zeit der Wende der Renaissance zum Barock stammt die mächtige Ruine der Benediktinerabteikirche von Aura a. d. Saale, die – hätte der 30jährige Krieg ihre Vollendung nicht unterbrochen – die erste Wandpfeilerkirche Frankens geworden wäre.

Im Barock waren Kirchbauten solchen Typus gang und gäbe; Balthasar Neumann jedoch variierte dieses Schema und schuf somit bekanntermaßen großartige Raumschöpfungen: Mit der Kapelle des fürstbischöflichen Schlosses in Werneck hinterließ er der Nachwelt ein zu Unrecht wenig beachtetes Meisterwerk seines Könnens.

Doch nicht nur in längst vergangenen Zeiten und nicht nur im Auftrag der katholischen Kirche entstanden Bauten und Kunstwerke des Glaubens: In Bischofsheim a. d. Rhön wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere orthodoxe Kirchen errichtet. Ausgemalt mit Fresken im byzantinischen Stil und bekrönt von goldenen Zwiebelkuppeln spiegeln sie die ganze Spiritualität der Ostkirche wider.

Natürlich dürfen bei einem Tagesausflug nach Unterfranken ein bodenständiges Essen und der ein oder andere Schoppen guten Frankenweins nicht fehlen und so kehren wir zum gemeinsamen Mittagessen in Werneck in ein schönes Gasthaus ein, um in geselliger Runde die leiblichen Genüsse des schönen Mainfrankens zu geniessen.

Februar 2011
Sehnsucht nach Sonne, LICHT und FARBE -
Höhepunkte barocker Farbigkeit zwischen Fränkischer Schweiz und Oberpfälzer Wald
- und der Altar von Matthias Grünewald in Lindenhardt.

Auch wenn die schneeig-weißen oder neblig-grauen Wintertage durchaus einen besinnlich-ruhigen Reiz haben, so wächst doch von Tag zu Tag der Wunsch, Abwechslung in das weiß-graue Einerlei zu bringen und wird nach und nach zur Sehnsucht nach Sonne, Licht und Farbe. Bevor jedoch die Frühlingssonne die uns umgebende Natur mit Buntem beleben wird, müssen wir, um unser Verlangen nach Farbe zu stillen, mit Werken aus Menschenhand Vorlieb nehmen.

Die Landschaft zwischen Fränkischer Schweiz und Oberpfälzer Wald wirkt einsam, herb und schwermütig; vielleicht jedoch sind gerade deshalb dort so viele und besonders schöne Werke barocker Farbigkeit  entstanden:

Am Roten Main thront auf einer Anhöhe das Töpferstädtchen Creußen. Über Jahrhunderte wurde dort qualitätvolles Steinzeug hergestellt, das den Vergleich mit Produkten anderer Töpferregionen nicht zu scheuen braucht, denn unerreicht ist die Farbigkeit der vielfältigen Verzierungselemente.

Unweit der Wallfahrtskirche auf dem Barbaraberg und vor dem theatralisch-wirkenden Gipfel des Rauhen Kulms, liegt in einem besonders einsamen Landstrich der Oberpfalz das Prämonstratenserkloster Speinshart. Der Reichtum des aufwändigen Stuckwerks sucht seinesgleichen im Kirchenbau des Barock, und erst die vergangenes Jahr abgeschlossenen langwierigen Restaurierungsarbeiten haben die farbenreiche Ausstattung in alter Leuchtkraft wiedererstehen lassen. Zum allgemeinen Formenreichtum kommt die kostbare Bestuhlung hinzu, deren farbige Fassung zum Feinsten der Zeit zählt.

Der Höhepunkt barocker Ausstattungskunst ist jedoch ohne Frage der Zuschauerraum des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth. Wer die glanzvolle Repräsentationskunst jener Zeit in vollem Umfang erleben will, kommt an dem überbordenden Reichtum dieses Bauwerks nicht vorbei.

Aus älterer Zeit stammt der Altar der Kirche im versteckt liegenden Lindenhardt; doch nicht das Alter ist das Entscheidende, sondern die – trotz unqualifizierter Anzweifelungen – unzweifelhaft feststehende Gewissheit, dass es sich um das Frühwerk Matthias Grünewalds handelt – von dem sich in vergleichbarer Qualität nur die Stuppacher Madonna und der Isenheimer Altar in Colmar erhalten haben.

Die Einkehr zum gemeinsamen Mittagessen in Kemnath und der gesellige Ausklang in einem heimeligen Gasthaus in Thurnau runden den Tagesausflug gelungen ab und lassen die grauen Tage vergessen.

Übersicht über Kulturreisen 2010

November 2010
MEIN OBERFRANKEN!
Eine Jahresabschlussfahrt zu meinen oberfränkischen Lieblingsorten.

Bevor das Winterwetter uns den Aufenthalt im Freien endgültig verleidet und das Jahr zu Ende geht, will ich noch einmal hinaus, um Landschaften und Stätten der oberfränkischen Heimat aufzusuchen, die mir in all den Jahren besonders ans Herz gewachsen sind und die ich nur ungern missen möchte.

Die Jahresabschlussfahrt zu meinen Lieblingsorten beginnt in Strössendorf, wo sich ein schönes Renaissanceschloss wunderbar in den Wassern des Mains spiegelt, und sie führt weiter ins nur wenige Kilometer entfernte, nördlich des Kleinziegenfelder Tals gelegene Städtchen Weismain, wo wehrhafte Mauern stolze Fachwerk- und Steinbauten umziehen, die wiederum die gotische Stadtpfarrkirche umringen.
In Peesten und Limmersdorf freuen wir uns an den zu jeder Jahreszeit beeindruckenden Tanzlinden und durch Kasendorf fahrend, wo Bernd Wagenhäuser den Mittelpunkt Oberfrankens mit einer Skulptur markierte, geht es weiter in meinen absoluten Lieblingsort – Thurnau. Das Zentrum des historischen Töpferortes bilden das mächtige Schloss der Grafen von Giech und die mit diesem durch einen hölzernen Galeriegang verbundene Pfarrkirche mit prächtigem Herrenstand im Inneren. Der Marktplatz mit Neptunsbrunnen von Elias Räntz, die gute Bausubstanz des 16. bis 19. Jahrhunderts und zahlreiche Töpfereien und Läden mit hochwertigen kunstgewerblichen Produkten laden zum Bummeln und Verweilen ein. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in einem heimeligen Gasthaus am See des Thurnauer Schlossparks wird das Töpfermuseum besucht, das durch seine schönen Sammlungen qualitätvoller Keramik die einstige Bedeutung des Ortes dokumentiert und hervorhebt, und dessen aktuelle Sonderausstellung mit über 50 Werken des Künstlers Peter Ruta gut in mein gewähltes Programm hinein passt.
Je nach Witterung  länger oder kürzer spazieren wir dann durch den verwunschen und beinahe intim wirkenden Schlosspark Fantaisie, der mir die liebste der vielen schönen Gartenanlagen rund um Bayreuth ist.
Vorbei an Schloss Wiesentfels, dessen dräuende Masse die Enge des Wiesenttals beinahe auszufüllen scheint, wollen wir den Tag bei einer Brotzeit, einem Krüglein Bier oder einem Schoppen güldenen Weins auf der Giechburg genussvoll ausklingen lassen und versuchen in froher und geselliger Runde die kommenden grauen Tage zu vergessen und uns auf den Frühling zu freuen.

Oktober 2010
BURGEN und schöne SCHLÖSSER im RANGAU –
Eine Tagesfahrt durch Mittelfranken und zur Sonderausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg: „Mythos Burg“.

Burgen und schöne Schlösser gehören zu den faszinierendsten Bauwerken unserer Vergangenheit. Wohl jeder von uns hat sich irgendwann einmal in die Vergangenheit zurückgeträumt und sich die Frage gestellt, wie es sich denn so als Ritter, Burgfräulein oder barocker Fürst leben ließ – und beim Aufwachen bedauernd festgestellt, dass wir bestenfalls als schwer arbeitende Knechte oder Mägde unser Dasein gefristet hätten.
Dem Mythos Burg geht die aktuelle Sonderausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg nach und zeigt rund 300 teilweise noch nie gezeigte Objekte aus eigenen Beständen und Leihgaben internationaler Sammlungen. Die facettenreich gestaltete Ausstellung, die wir uns zu Beginn des Tagesausfluges anschauen wollen, lädt ein zu einer Reise in eine vergangene Welt, die bis heute fasziniert.
Mit dem Wissen um diese Vergangenheit, wollen wir uns im Laufe des Tages Burgen und schöne Schlösser im Rangau – der Landschaft zwischen dem Großraum Nürnberg im Osten und der Frankenhöhe im Westen – ansehen:
So streifen wir durch die dornröschenhaft überwachsene Ruine der mittelalterlichen Wasserburg von Leonrod, besichtigen das verträumt wirkende renaissancezeitliche Jagdschloss in Neuhof a.d. Zenn mit seinem wunderschönen Innenhof, das barocke Wasserschloss in Rügland mit seinem immergrünen Garten sowie das Blaue und Rote Schloss in Obernzenn. Der Höhepunkt der Fahrt  wird jedoch die kenntnisreich und charmant ablaufende Führung des Barons Asmus von Eyb sein, des Nachfahren des Verfassers des „Ehebüchleins“, Albrecht von Eyb, die wir im befestigten Bergschloss des Deutschen Ordens in Virnsberg genießen werden. Bei so vielen sinnlichen Eindrücken dürfen natürlich auch die leiblichen Genüsse nicht zu kurz kommen, und so kehren wir zu Mittag gemeinsam in das schlossähnliche Anwesen des Hotels „Riesengebirge“ in Neuhof a.d. Zenn ein, um in feudaler Umgebung fränkische Speisen zu fränkischen Preisen zu uns zu nehmen.

September 2010
KUNST und MUSIK um 1500 –
Eine Kunst- und Konzertfahrt auf die Veste Coburg und nach Hennebergisch Franken.
Mit einem Konzert von Kompositionen aus Mittelalter, Renaissance und Frühbarock, virtuos dargeboten von F. Boehm auf der Drehleier.

Die aktuelle Sonderausstellung der „Kunstsammlungen der Veste Coburg“ trägt den Titel: Apelles am Fürstenhof – Facetten der Hofkunst um 1500 im Alten Reich, was im ersten Moment vielleicht akademisch und sehr speziell klingen mag, doch letztlich ins Thema der Ausstellung hineinführt: Es geht um die gestalterische Freiheit der Künstler, die um 1500, also an der Schwelle zwischen Mittelalter und Neuzeit, in fürstlichen Diensten tätig waren. Konnten sie frei arbeiten oder waren sie nur Lakaien und Fürstenknechte? Dieser Frage geht die Ausstellung nach und vereint deshalb Meisterwerke von Dürer, Cranach, Holbein und vielen anderen aus berühmten deutschen und ausländischen Sammlungen mit exquisitem Kunstgewerbe aus eigenem Bestand.
Nach der ausführlichen Besichtigung der Veste Coburg und  ihrer Sammlungen und nach dem gemeinsamen Mittagessen in der „Burgschänke“, geht es weiter nach Hennebergisch-Franken, wo sich hoch über dem Ackerbürgerstädtchen Heldburg die gleichnamige Burg, die „Fränkische Leuchte“, erhebt, und wo in der Römhilder Stiftskirche die ehernen Ritterdenkmäler Peter Vischers d. Ä. von vergangen und glorreicheren Zeiten träumen. Ähnlich mag es den drei eigenhändigen Arbeiten Tilman Riemenschneiders und den dreien aus seiner Werkstatt ergehen, die in der Pfarrkirche zu Bibra darauf zu warten scheinen, dass man sie bestaunt und bewundert …
Vielleicht erwachen sie ja zum Leben, wenn uns F. Boehm mit seinem wahrhaft meisterhaften Spiel auf der Drehleier in die Zeit um 1500 zurückversetzt? Gibt es etwas Schöneres als Musik aus Mittelalter und Renaissance zu hören, gespielt auf der Drehleier, dem Instrument des Volkes und von Fürstenhöfen, umgeben von den Meisterwerken Tilman Riemenschneiders?!
Die Einkehr zu Kaffee und Kuchen in Bibra, der abschließende Rundgang durch das ehemalige Residenzstädtchen Schleusingen und die Außenbesichtigung des Renaissanceschlosses Bertholdsburg, runden den Tagesausflug zur Kunst und Musik um 1500 gelungen ab.

September 2010
SCHLOSS FASANERIE, FULDA und GERSFELD –
Eine Tagesfahrt zu Hessens schönstem Barockschloss und zu Kostbarkeiten einer glanzvollen Epoche jenseits der Hohen Rhön.

Jenseits der herb-schönen und windumwehten Kuppen der Hohen Rhön, liegt auf einer leichten Anhöhe, umrahmt von herrlichen Waldungen und fruchtbaren Feldern, Hessens schönstes Barockschloss – Schloss Fasanerie.
Dem Terrain der sanft abfallenden Hügel harmonisch angepasst, wurde die reizvolle Lage vom Bauherrn und seinem Architekten mit viel Einfühlungsvermögen für die Gesamtkonzeption genutzt. Die Anlage vermittelt dem heutigen Besucher in einem gelungenen Zusammenspiel von Park und Schlossgebäuden den Eindruck einer fürstlichen Sommerresidenz der vergangenen Jahrhunderte. Dazu gehören repräsentative Schlossflügel ebenso wie schlichte Wirtschaftsgebäude, verspielte Pavillons genauso wie Pferdestallungen.
Schloss Fasanerie beherbergt in seinen 60 Schauräumen eine überaus reichhaltige und qualitätvolle Sammlung von Mobiliar und Ausstattungskunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Die hochherrschaftlich eingerichteten Zimmerfluchten und Appartements mit ihren äußerst kostbaren Raumausstattungen geben einen repräsentativen Einblick in ein unendlich scheinendes Spektrum des Glanzes und der Fülle höfischen Lebens.
In gesonderten Schauräumen ist eine äußerst kostbare Porzellansammlung mit Stücken aller frühen europäischen Manufakturen ausgestellt. Allein das einstige Service für die Staatsbankette des Kurfürsten – aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin – zählt über 1.800 Einzelteile. Einen besonderen Stellenwert nehmen die chinesischen und japanischen Porzellane ein, die nicht nur von ausgesuchter Schönheit sondern auch von größter Seltenheit sind.
Der Besuch des Bonifatiusdoms und der von barocken Stein- und Fachwerkbauten geprägten Altstadt von Fulda zuvor sowie des reizenden Städtchens Gersfeld, wo sich Hessens schönste Rokokokirche befindet, danach und letztlich ein Abendessen mit Rhöner Speisen, hessischem Bier und fränkischem Wein, runden den Tagesausflug gelungen ab.

Juli 2010
In ULM und um ULM und um ULM herum –
Eine Tagesfahrt nach ULM und NEU-ULM zum Thema Gotik und Neugotik und Jugendstil und Expressionismus. Musikalisch bereichert durch einige Stücke jüdischer Klezmer-Musik, dargeboten vom Ulmer Duo SAFRAN.

Ulm: Natürlich sagt die Höhe eines Kirchturms – und sei es auch der mit 161,53 Metern höchste Turm der Christenheit – nichts über den dazugehörigen Kirchenbau aus, doch am Ulmer Münster ist wirklich alles groß und großartig – und künstlerisch von mehr als überragender Qualität. Obwohl die Stürme der Zeit auch an diesem Bauwerk nicht spurlos vorüber gegangen sind und trotz konfessioneller und kriegerischer Auseinandersetzungen, ist immer noch mehr von der prachtvollen mittelalterlichen Ausstattung der Gotik vorhanden, als andere vergleichbare Kirchen je besaßen. Kein Wunder also, dass bei der fast schon erdrückenden Monumentalität des Münsters die Ulmer Baumeister späterer Zeitepochen ihre liebe Not hatten, den Bedürfnissen der Zeit angepasste und doch mit eigener künstlerischer Handschrift versehene, Kirchbauten zu errichten.
Während die nur in geringer Entfernung zum Münster erbaute phantastisch anmutende St. Georgs Kirche mittelalterliche Architektur und Ausstattung gründerzeitlich-historistisch im Stil der Neugotik aufgreift, ist die nur kurz danach entstandene benachbarte Pauluskirche Theodor Fischers bereits ein Juwel des Jugendstils, und die Kirche St. Johann Baptist von Dominikus Böhm im 10 Gehminuten entfernten Neu-Ulm, kann als der stilbildende Bau des Expressionismus der 20er Jahre angesprochen werden. Auch ansonsten braucht sich Ulm seiner Architektur und seines Stadtbilds nicht zu schämen: Ganze Straßenzüge mittelalterlicher Fachwerkbauten und die Mauern, Türme und Tore der Stadtbefestigung sind unversehrt erhalten geblieben. Gepflegte Parkanlagen laden zum Spazieren und Bummeln ein, und die überreichen Sammlungen des „Ulmer Museums“ mit Kunstschätzen von der Eiszeit bis zur Moderne und des Neu-Ulmer „Edwin-Scharff-Museums“ mit wunderbaren Werken von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Marg Moll, Emy Roeder und natürlich Edwin Scharff sowie die Sonderausstellung: “Gerhard Marcks – Urbild und Form, Skulptur und Zeichnung” lassen einen die Zeit vergessen.
Nach so viel Kunst und Architektur dürfen die sinnlichen und leiblichen Genüsse natürlich nicht fehlen: Zum einen  hören wir in der Pauluskirche einige Stücke anrührender jüdischer Klezmer-Musik, die uns das Duo  SAFRAN aus Ulm darbietet,  zum anderen kehren wir gemeinsam in ein Ulmer Traditionsgasthaus zu schwäbischen Speisen und zu Bier oder Wein ein, um  die Tagesfahrt nach Ulm und Neu-Ulm – auch in kulinarischer Hinsicht – gelungen abzurunden.

Juni 2010
AUGSBURG – Das Deutsche, das Welsche & das Urmel –
Eine Tagesfahrt in das „Deutsche Florenz“ mit Besuch der Bayerischen Landesausstellung 2010 “Bayern – Italien“.

Wie kaum eine andere Stadt Deutschlands wird Augsburg von Bauten der Renaissance bestimmt: Sei es das überwältigende Rathaus mit dem in goldstrotzender Prächtigkeit prunkenden Goldenen Saal und dem daneben gut 80 Meter hoch emporragenden Perlachturm, der Augustusbrunnen, der an Augsburgs Gründung durch Kaiser Augustus vor über 2000 Jahren erinnert, die Fülle von Kirchen, die weite und elegante Maximilianstraße mit ihren Kaufmannshäusern und großen Renaissance-Palazzi – der schönste ist der Fuggerpalast mit seinen vielen Innenhöfen – oder sei es die weltberühmte Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt, in der die Menschen seit Beginn des 16. Jahrhunderts in Würde leben und altern können.
Die Grundlage für den unermesslichen Reichtum Augsburgs – der reichsten Stadt der damaligen Welt – schufen die Familien des städtischen Patriziats – allen voran die Familie der Fugger. Über 150 Jahre lang beherrschte diese Familie die Welt der Renaissance; sie „machten“ Kaiser und regulierten die Finanzmärkte der Welt. Kaiser und Könige, Klerus und Künstler, Martin Luther und Albrecht Dürer gingen in diesem glanzvollen inoffiziellen Machtzentrum der damaligen Welt ein und aus.
Die Bauten aus Römerzeit und Mittelalter – wie der über tausend Jahre alte Dom – aus Renaissance, Barock und Rokoko bilden den mehr als würdigen Rahmen für die Kunstwerke der Bayerischen Landesausstellung „Bayern und Italien“ mit Werken Tizians und Dürers und vieler anderer bedeutender Künstler jener Zeit.
Neben all der Kunst und „großen“ Kultur dürfen natürlich bei einer Augsburg-Fahrt im Rahmen meiner „Kulturreisen“ zwei Dinge nicht fehlen: Zum einen der Besuch der „Kiste“, des kleinen Museums der „Augsburger Puppenkiste“ und zum anderen Zeit zum Entspannen, um etwas vom süßen Leben (La dolce vita) und vom südländischen Flair dieser schönen Stadt in Bayerisch-Schwaben, vom „Deutschen Florenz“ mitzubekommen.

Mai 2010
MARBURG und ALSFELD: Zwei Städte der Gotik –
Eine Tagesfahrt nach Oberhessen.

Das historische und kulturelle Herz Hessens schlägt in einer Schleife des Flusses Lahn, versteckt in den unendlich weit wirkenden Wäldern Oberhessens: Die Rede ist von der ehemaligen Residenz- und Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen, der altehrwürdigen Universitätsstadt Marburg.
Marburg darf sich zu Recht als Wiege der deutschen Gotik bezeichnen: Bereits im Jahr 1235, im Jahr der Heiligsprechung der vier Jahre zuvor verstorbenen Elisabeth von Thüringen, wurde mit dem Bau der Elisabethkirche, als erste Kirche im rein gotischen Stil auf deutschem Boden, begonnen und in der verhältnismäßig kurzen Bauzeit von nur knapp 50 Jahren beendet. Die Heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, Nichte Bischof Ekberts, des Erbauers des jetzigen Bamberger Doms, war zu ihren Lebzeiten so beliebt und wurde nach ihrem Tod so verehrt, dass die Kirche über ihrem Grab zur bedeutenden Wallfahrtsstätte und überaus prächtig ausgestattet wurde. Als Grablege der hessischen Landgrafen, deren Schutzheilige Elisabeth als Ahnin war, genossen Kirche und Ausstattung auch nach der Reformation den besonderen Schutz und die Fürsorge der hessisch-landgräflich und großherzoglichen Dynastien.
Marburg selbst ist, genauso wie das benachbarte Alsfeld mit seinem berühmten Fachwerkrathaus, ein wahres Juwel gotischer Fachwerkarchitektur, vorwiegend errichtet in den Jahren des 14. bis 16. Jahrhunderts.
Heutigentags ist das etwa 70.000 Einwohner zählende Marburg eine lebendige und pulsierende Universitätsstadt mit gut 20.000 Studenten und verkehrstechnisch gut im 21. Jahrhundert angekommen: Obwohl Marburg den klassischen Typus der „Bergstadt“ vertritt – wie wir ihn aus Amalfi, Genua oder dem corsischen Corte kennen – macht  das Herumspazieren keine Mühe mehr, denn komfortable Aufzüge verbinden die unterschiedlichen Partien der autofreien Unter- und Oberstadt problemlos miteinander.
Die Einkehr zu Kaffee und Kuchen am historischen Marktplatz von Alsfeld ist organisiert; das Mittagessen kann individuell in einer der überaus reichhaltig vorhandenen Gaststätten Marburg zu sich genommen werden.

April 2010
DARMSTADT: Ein Dokument deutscher Kunst -
Ein Tagesausflug in die Stadt des Jugendstils.

Keine andere deutsche Stadt war zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in künstlerischer Hinsicht so bedeutend und wegbereitend wie Darmstadt, die Hauptstadt des Großherzogtums Hessen-Darmstadt.


Auf der Mathildenhöhe – rund um die Russische Kapelle, in der Zar Nikolaus von Russland, die Darmstädter Prinzessin Alice, die sich dann später Alexandra nannte, heiratete – ließ der kunstsinnige Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein – ein Enkel Königin Victorias von England – durch die Architekten Joseph Maria Olbrich und  Peter Behrens das Gesamtkunstwerk der Künstlerkolonie Mathildenhöhe errichten.

Das was damals in Darmstadt geschaffen wurde – von einfachen Gebrauchsgegenständen bis hin zum Wahrzeichen der Stadt, dem Hochzeitsturm – prägte die Bewegung des Jugendstils europaweit! Nirgendwo anders in Deutschland haben sich so viele und bedeutende Gebäude, Skulpturen, Brunnen und Gartenanlagen auf so engem Raum nahezu unverändert erhalten wie auf der Darmstädter Mathildenhöhe.

In einer großen und opulenten Sonderausstellung mit dem Titel Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne“ ist zudem in nie gesehener Fülle das Schaffen dieses Universalgenies zu bestaunen. Dem Besuch der Sonderausstellung schließen sich die  Führung über die Mathildenhöhe mit Auffahrt zur Aussichtsplattform des Hochzeitsturms, das Besichtigen des Museums Künstlerkolonie und – nur wenige Schritte entfernt – ein Spaziergang über die Rosenhöhe zu den Mausoleen der großherzoglichen Familie an.

Eine kleine Stadtrundfahrt im Reisebus, um das Residenzschloss und die „Waldspirale“ von Hundertwasser gesehen zu haben vervollkommnt das Programm.
Nach „so viel“ Kunst und Kultur wird am frühen Abend in einem schönen Lokal in der – nur eine halbe Stunde entfernten – Aschaffenburger Altstadt zum gemeinsamen Abendessen eingekehrt, um in angenehmer Gesellschaft bei regionaltypischen Gerichten, einem schönen Bier oder einem guten Schoppen Wein, das Gesehene Revue passieren und den Tag genussvoll ausklingen zu lassen.

Übersicht über Kulturreisen 2009

Oktober 2009
„Im Schatten des Roch“ –
Höhepunkte mittelalterlicher Architektur im Leipziger Umland.

Die von Zschopau und Mulde durchflossene Landschaft zwischen dem silberreichen Erzgebirge und der alten Handels- und Messestadt Leipzig zählt zu den landschaftlich unberührtesten Sachsens und gehörte in Mittelalter und Renaissance zu den reichsten Deutschlands. Die landwirtschaftlich geprägte Region wird durch stille Fachwerkdörfer mit prächtigen Barockkirchen und sehenswerte Residenzstädtchen charakterisiert – und durch das Verwenden des leuchtendroten Rochlitzer Porphyrs in der Architektur aller Zeitepochen. Da die baulichen Zeugnisse, die von jener verflossenen Zeit grenzenlosen Reichtums künden, unzählbar sind, sollen aus der Fülle sehenswerter Architektur drei absolute Höhepunkte herausgegriffen werden: Zum ersten das repräsentative Königsschloss Rochlitz, das dräuend, weitläufig und machtvoll über der gleichnamigen Stadt thront, zum zweiten die Rochlitzer Kundigundenkirche – ein Juwel spätgotischer Architektur – mit riesigem Wandelaltar und Skulpturen Kaiser Heinrichs und seiner Gattin Kunigunde und zum dritten die Burg Kriebstein, die besterhaltene Ritterburg Sachsens – wildromantisch auf steilem Fels über dem Fluss Zschopau emporragend.
Ohne Stress und ohne Hektik gilt es das Schönste, das das südliche Sachsen zu bieten hat, aufzusuchen und zu genießen; und das gemeinsame Mittagessen sächsischer Speisen in Rochlitz und Kaffee und Kuchen zum Abschluss des Tagesausflugs auf Burg Kriebstein werden das ihrige dazu beitragen, den Tagesausflug in angenehmer Erinnerung zu behalten.
Selbstredend müssen weder in Rochlitz noch in Kriebstein beschwerliche Steigungen bewältigt werden, um die befestigten Anlagen besuchen zu können!

September 2009
„Die Farben der Natur“ –
Spätsommerliche Impressionen in Ostbayern.

Hinter den Höhenzügen des Fichtelgebirges – der natürlichen Grenze zwischen Franken und dem Norden Altbayerns – eröffnet sich mit dem „Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald“ eine Region, die unterschiedlicher zu unserer fränkischen kaum sein könnte. Die weitgehend offene Landschaft beeindruckt nicht nur durch atemberaubende Fernsichten hinüber zum Bayerischen -  und zum Böhmerwald, sondern besitzt mit seinen markanten Vulkankegeln, auf denen einst finstere Burgen thronten, einen Reiz ganz eigener Art.
Umgeben von Wäldern mit lebhaftem Farbenspiel, liegt das Zentrum der nordöstlichen Oberpfalz – das im mittelalterlichen Gewand erhalten gebliebene Weiden. Fast südländisch wirken die gotischen Steinhäuser, die engen Gassen und Treppen, die oft von Schwibbögen überklammert werden. Zwei kaum bekannte Kostbarkeiten, mit jedoch mehr als überregionaler Bedeutung gilt es hier zu entdecken: Zum einen die im Äußeren unscheinbare Stadtpfarrkirche St. Josef, die im Inneren alle Pracht entfaltet, die der Jugendstil zu geben fähig war, und zum anderen einen schlichten Barockbau, der das Internationale Keramikmuseum Weiden“ beherbergt und mit der Sonderausstellung „Porzellan aus China“ die farbenfrohe und qualitätvolle Sammlung des Industriellen Seltmann präsentiert.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen gilt es die Umgebung zu besuchen: Südlich von Weiden erhebt sich die weitläufige Burg Leuchtenberg, die zu den  gerühmtesten der Oberpfalz zählt, östlich das Residenzschloss der Zeit der Renaissance, Friedrichsburg in Vohenstrauss, und nördlich von Weiden liegt der beschauliche Weiler Wilchenreuth inmitten der Äcker. Niemand würde dieses Dorf besuchen, wäre dort mit der St. Ulrich-Kirche nicht die einzige in rein romanischem Stil und mit monumentaler Ausmalung im Innern erhalten gebliebene Kirche der Oberpfalz zu finden.

August 2009
„Ritter, Mönche, schöne Frauen“ –
Entdeckungen im westlichen Sachsen.

Unter dem Motto „Ritter, Mönche, schöne Frauen“ will ich das westliche Sachsen – also die Region zwischen Mittweida und Glauchau, die von der Zwickauer Mulde durchflossen wird – befahren und Stätten deutscher Vergangenheit besuchen, die einst mehr als nur große Bedeutung besaßen, nun aber der Vergessenheit anheim zu fallen drohen: Obwohl in das Kloster von Wechselburg wieder lebendiger benediktinischer Geist eingezogen ist, sind die Skulpturen des „Wechselburger Lettners“ nur wenigen bekannt, und das, obwohl sie neben denen in Chartres und Bamberg zu den besten Schöpfungen der Spätromanik gehören. Auch das mächtige Renaissance-Schloss von Rochsburg scheint noch nicht vollkommen aus seinem Dornröschenschlaf erwacht – auch wenn sich  im Inneren neben den Wohnräumen vergangener Jahrhunderte eine äußerst sehenswerte Sammlung zur Kostümgeschichte des Schönen Geschlechts befindet.
Mein Lieblingsobjekt in dieser schönen Landschaft, die der „Aufschwung Ost“ bisher noch nicht erreicht hat, ist jedoch das Schloss von Waldenburg, das sich in seiner jetzigen Gestalt als Bauwerk der Jahre 1909 – 1912, also der Zeit des Jugendstils, präsentiert. und dessen opulent ausgeschmückte Innenräume uns nur erhalten blieben, da das Bauwerk zu DDR-Zeiten als Lungensanatorium genutzt wurde. Die schöne Flusslandschaft der Mulde, kleine Städtchen wie Penig und das gemeinsame Mittagessen im Dorfgasthof von Dürrengerbisdorf bereichern die zusammengestellte „Kulturreise“.

Juni 2009
„Vom Nil zur Mümling – Nofretete und die Grafen zu Erbach“ –
Ein Ausflug in den Odenwald.

Fast jeder kennt die berühmte Ansicht des Fachwerkrathauses von Michelstadt im Odenwald, doch wer war schon im Innenhof des Renaissanceschlosses Fürstenau , im überaus prächtigen Erbacher Schloss , im „Englischen Garten“ des Schlosses Eulbach mit seinen in die Parkarchitektur integrierten Relikten römischer Ausgrabungen oder im „Deutschen Elfenbeinmuseum“ in Michelstadt mit seinen unvergleichlichen Schätzen?! Kaum irgendwo anders in Deutschland findet sich so viel Sehenswertes so nah beieinander!
Anlässlich der Neukonzipierung des „Ägyptischen Museums Berlin“  wurden  die  bedeutendsten Exponate – damit sie weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sind – an verschiedene Museen Europas und nach Übersee verliehen, und so kamen 60 kunsthistorisch unschätzbar wertvolle Objekte der „Amarna-Zeit“ – also der Epoche Echnatons und seiner Gattin Nofretete – in die „Schatzkammer“ des Michelstadter Museums. Der Bogen der Sehenswürdigkeiten in Michelstadt, Erbach und Eulbach spannt sich also von ägyptischer Bildhauerei  über die Kunst Griechenlands, Roms und des Mittelalters in den „Gräflichen Sammlungen“ des Erbacher Schlosses bis hin zu kleinstädtischer Fachwerkromantik und Repräsentationsarchitektur der Renaissance- und Barockschlösser und weiter zur Gartenarchitektur der Romantik im „Englischen Garten“ zu Eulbach.
Neben all den geistigen Genüssen sollen natürlich auch die leiblichen nicht zu kurz kommen: Die Einkehr zur Mittagszeit und die zum Abschluss des Besichtigungsprogramms in zwei schönen Gasthöfen mit regional-typischer Odenwälder Küche (zu gewohnt bezahlbaren Preisen!) runden den Tagesausflug gelungen ab!

April 2009
„Die Geburt der Venus“ –
Sandro Botticelli und die Spielkarten- und Renaissancestadt Altenburg.
Musikalisch auf der Orgel der Altenburger Schlosskirche bereichert durch Dr. Felix Friedrich.

Sandro Botticellis „Die Geburt der Venus“ gehört unstrittig zu den bedeutendsten Werken der Malerei der italienischen Frührenaissance. Ein anderes wichtiges Werk Botticellis, das Bildnis Caterina Sforzas, und gut 180 weitere Höhepunkte italienischer Malerei des 13., 14. und 15. Jahrhunderts – der Zeit Dante Alighieris, Petrarcas und Boccaccios bilden den Grundbestand des Altenburger „Lindenau-Museums“, das die UNESCO zu den 10 bedeutendsten Kulturgütern Mitteldeutschlands rechnet und deren Sammlung italienischer Frührenaissancemalerei die größte außerhalb Italiens ist.
Doch nicht nur das „Lindenau-Museum“ lohnt den Besuch, auch das etwas erhöht oberhalb der Stadt thronende Altenburger Schloss, Residenz der Wettiner und Herzöge von Sachsen-Altenburg bis ins 20. Jahrhundert, muss man gesehen haben. Die fürstlichen Wohn- und Repräsentationsräume erschließen sich im Rahmen der Schlossführung durch die  weitläufige Anlage. Optische Höhepunkte sind sicherlich der Festsaal und die spätgotische Schlosskirche mit ihrer monumentalen barocken „Trost-Orgel“, auf der für uns – als akustischer Höhepunkt des Tages! – der Altenburger Stadtorganist Dr. Felix Friedrich Werke barocker Komponisten spielen wird.
Natürlich kann der, den das Skatspiel interessiert, auch die Sammlung von Skatspielen im Spielkartenmuseum“ besuchen, denn Skat – das 1820 in Altenburg erfunden wurde – gehört zu dieser Stadt „wie das Rauchbier zu Bamberg“.
Altenburg selbst überrascht mit guter Architektur vornehmlich aus der Zeit der Renaissance und des 19. Jahrhunderts. Die Türme der Kirchen und die Giebel der stolzen Bürgerhäuser, die „Roten Spitzen“ und der  bedeutendste Bau der Stadt,  das prachtvolle Rathaus – Höhepunkt mitteldeutscher Renaissance – und vieles andere mehr prägen das Gesicht dieser „schönen Unbekannten“ zwischen Leipzig, Chemnitz und Gera.
Das Mittagessen thüringischer Küche zu gewohnt bezahlbaren Preisen rundet den Tagesausflug gelungen ab.

März 2009
“Vorhang auf – für Friedrich von Schiller, Wallenstein und Georg II.” –
Ein Ausflug ins Meininger Land.

Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich von Schiller sollte man sich daran erinnern, dass er auch in unserer Nähe lebte und einige seiner bedeutenden Werke schuf: Nach seiner Flucht aus Stuttgart fand er vom 22.9.1782 bis 24.7.1783 Aufnahme im Hause der Henriette von Wolzogen in Bauerbach im Meininger Land.
Das Meininger Land überrascht mit seiner Fülle an Burgen und Schlössern, wunderschönen Fachwerkdörfern und nahezu unberührt wirkender Natur – was daran liegen mag, dass die Region jahrzehntelang in einem durch die deutsche Teilung bedingten „Dornröschen-Schlaf versunken“ lag.
Der Tagesausflug verläuft gemächlich: Auf kleinen Straßen fahren wir durch Heldburg mit seiner einst berühmten Veste, einem Märchenschloss des 19. Jahrhunderts, vorbei an Burg Strauf, durch Römhild und Bibra und gelangen dann nach Bauerbach, wo wir durch das dortige „Schiller-Museum“ geführt werden.
Nur wenige Schritte entfernt, kehren wir danach im „Gasthof zum braunen Roß“ ein, in dem Schiller bis vor vier Jahren noch Zechschulden hatte! Nachdem wir uns am „Schiller-Menü“ oder thüringischer Küche sattgegessen haben, geht es über Henneberg mit der Henneburg in die alte Residenzstadt Meiningen mit ihren bedeutenden Bauten und Museen.
Unter Georg II. von Sachsen-Meiningen erlangte seine kleine Residenzstadt europaweite Bedeutung: Keine Stadt von Paris bis St. Petersburg konnte solch bedeutendes Theater inszenieren wie die Stadt des „Theaterherzogs“. Im „Theatermuseum“ erleben wir eine Aufführung im Stil des 19. Jahrhunderts: Wallensteins Lager von Friedrich von Schiller“ wird uns bestimmt genauso begeistern wie das Publikum vor über 100 Jahren! Ein kleiner Stadtrundgang und der Besuch des Residenzschlosses „Elisabethenburg“ mit seinen reichhaltigen  kunst- und musikgeschichtlichen Sammlungen und letztlich die Einkehr zu Kaffee und Kuchen im  Schlosscafé runden den schönen Tag genussvoll und gelungen ab.

Übersicht über Kulturreisen 2008

Oktober 2008
„Stets findet Überraschung statt, da, wo man’s nicht erwartet hat“
Entdeckungen zwischen Main und Fränkischer Saale auf den Spuren von Wilhelm Busch, Carl Spitzweg und Graf Luxburg.

Wilhelm Busch und Carl Spitzweg können zu Recht als zwei ganz außergewöhnliche Künstler des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden. Ihre Figuren in vertrackt-komischen, alltäglichen Situationen, die jeder kennt und nachempfinden kann, und ihre kleinen Landschaftsbilder voll kühner künstlerischer Freiheiten, einen die beiden lebenslangen Einzelgänger. In einmaliger Zusammenarbeit mit dem „Wilhelm-Busch-Museum Hannover“ zeigt das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt eine Jubiläumsausstellung zum Werk beider Künstler, die ihresgleichen sucht. Doch auch die Dauerausstellung zur Kunst des 19. Jahrhundert lohnt den Besuch.
Ruinen als Symbol der Vergänglichkeit inspirierten die Maler der Romantik, und eine solche Ruine – einst eine der bedeutendsten frühbarocken Kirchen Frankens – steht überaus romantisch inmitten von Feldern und Wäldern bei Aura an der Saale. Nördlich von Bad Kissingen mit seinem schönen Kurviertel liegt Schloss Aschach bei Bad Bocklet. Das in einer Saaleschleife erbaute Renaissance-Schloss gehörte einst den Grafen Luxburg, die dort die Großen ihrer Zeit – Kaiser Wilhelm II., Otto Fürst von Bismarck oder den berühmten Maler Adolph von Menzel zu ihren Gästen zählten. Das komplett im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts eingerichtete Schloss wirkt auf den Besucher so, als wären die Besitzer und ihre illustren Gäste gerade außer Haus und kämen jeden Moment zurück.
Das gemeinsame Mittagessen fränkischer Küche in Schweinfurt und der Ausklang im Aschacher Schlosscafé bei Kaffee und Kuchen oder einer herzhaften Brotzeitplatte und einem Schoppen Wein, runden den Tagesausflug genussvoll ab.

September 2008
„Johann Sebastian Bach und Auguste Dorothea“ –
Ein Tagesausflug nach Thüringen mit einem Konzert für Cembalo von Veronika Ehrmann, auf der Oboe begleitet von Dieter Krefis.

Am „Tag der deutschen Einheit“ gilt es einer der ganz großen Persönlichkeiten gesamtdeutscher Kulturgeschichte zu gedenken: Johann Sebastian Bach.
Kaum eine andere Landschaft Deutschlands fühlt sich so sehr mit Bach verbunden, wie die Region zwischen Gotha und Erfurt, denn im thüringischen Ohrdruf erhielt Bach seine Ausbildung und in Arnstadt seine erste Anstellung als Organist. Arnstadt – als älteste Stadt Thüringens, erste Station des Tagesausflugs – bietet eine Fülle historischer Bauten, aber auch eine Attraktion ganz besonderer Art – die barocke Puppenstadt „Mon plaisier“ der Fürstin Auguste Dorothea, die ein detailgetreues Abbild Arnstadts der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vermittelt. Im Gast- und Logierhaus „Goldene Henne“ in dem die Familie Bach schon speiste, speisen auch wir – natürlich zu bezahlbaren Preisen, wie wir sie aus unserer Region gewohnt sind.
Passend zu Anlass und Zeitpunkt der Kulturreise ist jedoch der Höhepunkt der Fahrt gewählt: Ein knapp einstündiges Konzert der Ohrdrufer Cembalistin Veronika Ehrmann, die vom Bamberger Dieter Krefis auf der Oboe begleitet wird. In einem der schönsten Innenräume Thüringens, im Rokokosaal des Renaissance-Schlosses Ohrdruf bei Gotha werden (exklusiv für diese Kulturreise!) ausgewählte Kompositionen Bachs dargeboten.
Ein Schloss bei Erfurt und sein weitläufiger Park berufen sich zu Recht auf eine berühmte Anlage: Schloss Molsdorf ist das „Versailles Thüringens“. In den opulent-barocken Räumen des Schlossrestaurants klingt der Tag gewohnt-genussvoll aus: Bei Kaffee und Kuchen oder thüringischen Köstlichkeiten.

August 2008
„Erfurt“ – und sonst nichts!

Erfurt ist eine traumhaft schöne Stadt und „die“ Entdeckung des „Kulturreisen“-Jahres 2008. Martin Luther – der im dortigen Augustinerkloster studierte – bezeichnete Erfurt als das „Rom des Nordens“, und im kommenden Jahr 2009 wird  Erfurt der UNESCO-Welterbe-Kommission als neues Weltkulturerbe vorgeschlagen werden.
Nichts in dieser Stadt erinnert mehr an die trostlos-traurigen Jahre vor der Wende! Keine andere Stadt Thüringens ist so lebendig und farbenfroh – und vereint so viele bedeutende Sehenswürdigkeiten in ihren Mauern wie die 200000 Einwohner zählende Kapitale:
Der Dom und St. Severi, die berühmte Krämerbrücke mit ihren pittoresken Häuschen, der Anger, die Zitadelle Petersberg und eine über die Jahrhunderte unzerstört gebliebene Altstadt mit Bauten von der Romanik bis ins Rokoko.
Erfurt gilt als eine der größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Großstädte Europas, und die alten, nun fachkundig sanierten, Steinbauten und Fachwerkhäuser sind wieder von pulsierendem Leben erfüllt – mit schönen Cafés, Geschäften, Restaurants und Galerien. Doch Erfurt ist auch eine Stadt der Gärten und Parkanlagen, deren berühmteste der „ega“-Park ist – der Park der „Erfurter-Garten-Ausstellung“ – bekannt durch die TV-Sendung „Der MDR-Garten“. Höhepunkt und Krönung dieses Parks sind zum einen das Deutsche Gartenbaumuseum und zum anderen der wirklich imposante Aussichtsturm mit atemberaubenden Fernsichten bis zum Kyffhäuser in Sachsen-Anhalt.
Neben dem gemeinsamen Besichtigungsprogramm bleibt selbstredend genügend Zeit zur freien Verfügung, um den Charme der Stadt auf sich einwirken zu lassen und sich in einem der überaus zahlreichen Gasthöfe in der Altstadt und einem von 6(!) Cafés im „ega“-Park zu stärken.

Juli 2008
„L’ Eremitage c’est Monplaisier Sanspareil“ –
Gartenkunst, Musik und Hofkultur des markgräflichen Bayreuth. Musikalisch auf der Oboe bereichert von Dieter Krefis.

Als Wilhelmine von Preußen 1731 nach Bayreuth verheiratet wurde, sollte dies ihr Leben vollkommen verändern. Aufgewachsen in der freudlosen Atmosphäre am Hof ihres Vaters, des Soldatenkönigs, konnte sie als Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth ihr enormes intellektuelles, gestalterisches und musisches Potenzial ausschöpfen.
Unter ihrem Einfluss verwandelte sich Bayreuth zu einer der bedeutendsten Städte der damaligen Zeit – durchaus vergleichbar mit Berlin, München und Wien. Die Epoche Wilhelmines glanzvollen Schaffens wird später als „Bayreuther Rokoko“ in die gesamteuropäische Kulturgeschichte eingehen. Da die Markgrafschaft nur über geringe finanzielle Ressourcen verfügte, waren zur Ausgestaltung der Stadt und Verschönerung ihrer  Umgebung eigene Lösungen vonnöten; Wilhelmines Schlossbauten und die Gestaltung ihrer Gartenanlagen spiegeln daher ihre eigene Kreativität und Fantasie wider.
Die Kulturreise orientiert sich am Tagesablauf  Wilhelmines: Ein Stadtrundgang zur Architektur Bayreuths, die Führung durch das Neue Schloss mit seinen fantastischen Innenräumen und der  Besuch einer Ausstellung über Bayreuther Fayencen gehören zur vormittäglichen „Pflicht“. Der Nachmittag hingegen ist ganz der Muse gewidmet: Dem Mittagessen im Schlossrestaurant der Eremitage, dem entspannten Promenieren durch die Gartenanlagen hin zum Schlösschen Monplaisir und dem Besuch des Felsengartens Sanspareil.
Höhepunkt des Tages ist das Konzert des Bamberger Oboisten Dieter Krefis, der (exklusiv für diese Kulturreise!) im angemieteten Ruinentheater Kompositionen des Barock und Rokoko, aber auch Klezmer-Musik, darbieten wird, bevor der Tag im Schlosscafé des Felsengartens Sanspareil genussvoll und harmonisch ausklingen wird.

Juni 2008
„Anna und der König von Sachsen“ –
Entdeckungen im Erzgebirge.

Sachsens Geschichte wurde von jeher durch zwei Faktoren bestimmt: Zum einen durch den enormen Reichtum an Erzen und zum anderen durch den Kunstsinn der sächsischen Kurfürsten und Könige. Das Erzgebirge trägt seinen Namen zu Recht: Die Massen an Silber ließen die Bergstädte zu ungeahnter Blüte aufsteigen, und die schöne und gebirgige Landschaft mit wildreichen Wäldern verlockten die Herrscher zum Bau prächtiger Schlösser, wie es sie bis dahin nur in Frankreich oder in Italien gab.
In der Tradition vergangenen Mäzenatentums steht das Museum Gunzenhauser in Chemnitz, das umfangreiche Sammlungen zur Kunst der 1. Hälfte des 20. Jh. beherbergt. Nicht weit von Chemnitz entfernt,  dominiert das weitläufige Renaissance-Schloss Augustusburg die Höhen östlich der Stadt.  Der landschaftsbeherrschende, unvergleichlich prachtvolle Bau lehnt sich an die Architektur französischer Königsschlösser an und beeindruckt durch die gelungene Symbiose von Architektur und Innenraumgestaltung. Entlang des Flusstals der Zschopau fahrend – das nicht zuletzt durch die Fülle schöner Städtchen, die sich in die Flussschleifen schmiegen und den Burgen, die auf hohen Felsen thronen, zu den schönsten Deutschlands gehört – erreicht man das Musterbeispiel sächsischer Bergstädte, Annaberg. Vom ehemals enormen Reichtum dieser Stadt kündet die überaus imposante St.-Annenkirche, deren Ausstattung ihresgleichen sucht. Auf dem Rückweg beeindrucken erneut die atemberaubenden Ausblicke hinüber nach Böhmen und letztlich das in einem versteckten Tal liegende, verwunschen wirkende Schloss Hartenstein, das den Vergleich mit Mespelbrunn nicht zu scheuen braucht.
Das Mittagessen auf Schloss Augustusburg und Kaffee und Kuchen in Annaberg runden den einmaligen Tagesausflug in eine wahrhaft wunderschöne Region Deutschlands, gelungen ab.

Mai 2008
„Cheminâta“ – Leben im Mittelalter“ –
Ritterburgen, Klöster und alte Städte im Spessart.

Der Main scheint nicht zu wissen, was er will. Wieder und wieder windet er sich in Schleifen durch altes Bauernland, durchfließt in engen Windungen waldreiche Täler, an deren Hängen Burgen von vergangenen Tagen träumen.
Den Freund von weitem grüßend, überrascht die Homburg bei Gössenheim mit grandiosen Ausblicken weit hinaus ins Land. Überragt vom namengebenden Bergschloss, verzaubert Rothenfels, ein Städtchen mit  Bauten des Mittelalters und der Renaissance;  genauso wie die in einem gewundenen Waldtal versteckt liegende ehemalige Kartause  Grünau, in der wir gemeinsam gut zu Mittag essen. Entlang den Windungen des Mains fahrend, vorbei an einst stolzen, nun fast vergessenen, Burgen, erreichet man die Fachwerkhäuser der sich in eine Flussschleife schmiegenden Stadt Miltenberg mit ihren berühmten Bauten. Im Herzen der Altstadt sitzend – bei Kaffee und Kuchen oder einer Brotzeit und einem Schoppen Wein – da lässt sich die Zeit vergessen und man gerät ins Träumen … Wie lebten wohl die Bürgersfrau, die stolzen Ritter und Minnefräulein, die in ihrer beheizten Stube, der Cheminâta, dem Frühling entgegenharrten – oder die Mönche der riesigen Klosteranlage Bronnbach, die auf der Rückfahrt noch kurz besucht wird? Kultur, Natur und leibliche Genüsse: Am Main bilden sie die perfekte Symbiose.

April 2008
„Geheimnisvolle Seidenstraße“ –
Von Bamberg über die Seidenstrasse ins römische Ladenburg und zurück.

Die Seidenstrasse fasziniert seit Jahrhunderten! Die uralte Handelsroute verbindet China mit dem Westen und über sie bezogen Rom und das mittelalterliche Byzanz ihre kostbaren Textilien – Damast und Seiden aus Mittelasien fanden sich sogar im Bamberger Dom! Doch schon viel früher, schon seit dem 2. Jahrtausend v. Chr., lassen sich prosperierende Oasenstädte rund um die Wüste Taklamakan nachweisen. Archäologische Grabungen brachten unglaubliche Schätze zu Tage: Goldschmuck reicher Damen, farbenfrohe Gewänder, Gerätschaften aus Elfenbein und Bronze, aber auch Gebäck, das aussieht, als wäre es erst gestern gebacken worden. Noch nie wurden diese einmaligen Funde außerhalb Chinas  gezeigt und sind – nach Berlin – nur in Mannheim zu bestaunen.
Nach der Führung durch die Ausstellung und etwas Zeit zur freien Verfügung wird auf dem Rückweg in Lopodunum/Ladenburg Halt gemacht. In der mittelalterlich geprägten Stadt lassen sich noch immer beeindruckende Zeugnisse römischer Bautätigkeit erschließen, wie die Basilika – das zweitgrößte römische Gebäude nördlich der Alpen. Eine Brotzeit und ein Schoppen badischen Weins in einem der schönen Gasthöfe runden den schönen Tag genussvoll ab.

März 2008
„Eine Art Idylle: Eine vergnügliche Fahrt ins Auenland und zurück“ –
Jean Paul und das Fichtelgebirge. Literarisch bereichert durch Eberhardt Schmidt.

Die nordöstlichste Region Oberfrankens ist eine Landschaft von ganz eigenem Reiz. Die Jahrzehnte der durch die innerdeutsche Teilung verursachten Abgeschiedenheit prägen die nördlichen Ausläufer des Fichtelgebirges bis heute. Wo sonst beeindruckt die Natur in solch unvergleichlicher Weise mit fast unendlich weit wirkenden Fernsichten und geschlossenen Ortsbildern, und wo ist es tatsächlich noch möglich unbekannte Kunst- und Architekturschätze zu entdecken. Auch literarisch ist den Landschaften des „Auenlandes“ – durch die Werke Jean Pauls – ein ewig währendes „Denkmal“ gesetzt worden.
Einen Eindruck vom Leben früherer Zeiten vermittelt das wunderbare „Oberfränkische Bauernhofmuseum“ in Kleinlosnitz, dessen Gehöfte wie eh und je von alten Bäumen und Streuobstwiesen umgeben sind. Nicht weit entfernt erhebt sich der Gipfel des Großen Waldsteins, bekrönt vom Roten Schloss, mit atemberaubenden, ja berauschenden Perspektiven, weit hinaus ins Land.  Pilgramsreuth und Regnitzlosau überraschen mit ihren qualitativ hochwertigen Kirchbauten der Gotik und des Barock, Zedtwitz durch sein großartiges Schloß, das die Zeitgenossen mit Versailles gleichsetzten.
In einer Schleife der Sächsischen Saale liegt Joditz, das Jean Paul in seinem Werk „Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal. Eine Art Idylle“ literarisch verewigte. In Joditz verbrachte der oberfränkische Geistestitan seine Kindheit, und dort ist ihm zu Ehren auch „eines der schönsten deutschen Dichtermuseen“ (Zitat der „Zeit“) entstanden, in dem Eberhardt Schmidt, der wohl beste Kenner Jeans Pauls Werk, versucht uns den Dichter auf amüsante Art und Weise näherzubringen.
Ein rustikales Mittagessen und die abendliche  Einkehr vervollständigen die vergnügliche Fahrt durch die wohl seelenberuhigendste Landschaft, die man sich vorstellen kann.

Februar 2008
„Ode an die Freude: Musik, Architektur, Malerei“ –
Schönes und Unbekanntes in Unterfranken. Musikalisch auf der Oboe bereichert durch Dieter Krefis.

Die Zeitspanne zwischen etwa 1800 und den 1930-Jahren war nicht nur geprägt durch umwälzende politische Veränderungen, sondern auch durch die Suche nach dem „Neuen Stil“. Welche Lösungen gesucht und schließlich gefunden wurden, mag die angebotene „Kulturreise“ aufzeigen.
Die das Pantheon in Rom kopierende Pfarrkirche von Unterhohenried ist ein gelungenes Beispiel für die Architektur des Klassizismus. Für den darauf folgenden Historismus mögen die „Ritterkapelle“ in Hassfurt, die ihr Erscheinungsbild der frühen  Neogotik verdankt und Schloss Mainberg bei  Schonungen, das im Stil der Neorenaissance ausgestaltet wurde, dienen. Die Malerei um 1900 präsentiert die im Schweinfurter „Museum Georg Schäfer“ gezeigte Sonderausstellung über die fast vergessene Künstlergruppe „Die Scholle“, deren Protagonisten sich stilistisch zwischen Jugendstil und „Blauer Reiter“ einordnen lassen. Für die   Architektur und „Angewandte Kunst“ um 1900 ist die Klosterkirche von  St. Ludwig bei Kolitzheim typisch: Die ganze Kirche ist im “Beuroner Stil” ausgestaltet, der Elemente byzantinischer Kunst mit denen des Jugendstils verbindet. Die Pracht und Opulenz des Raumeindrucks wird noch gesteigert durch den euphorischen Vortrag P. Benedikt Müllers OSB zur Geschichte der Abtei und das darin – exklusiv für die Fahrtteilnehmer – stattfindende Oboenspiel des Bambergers Dieter Krefis. Die abschließend besuchte Abteikirche von Münsterschwarzach zeigt den letzten dieser die Vergangenheit rezipierenden Stile: Die monumentale Neoneoromanik der 1930er-Jahre.
Die schöne Fahrtstrecke entlang des Mains  von Bamberg bis Volkach, das gemeinsame Mittagessen in Schweinfurt und die abendliche Einkehr in Münsterschwarzach, runden das Kulturprogramm entspannend und harmonisch ab.

Januar 2008
„Das unbekannte Venedig … Von byzantinischer Pracht zu Alberto Giacometti“ –
Entdeckungen in der Oberpfalz. Musikalisch auf der Oboe bereichert durch Dieter Krefis.

Venedig – la Serenissima Repubblica di San Marco – der Name kündet von Macht und Mythos der selbsternannten Nachfolgerin der prachtvollen Kaiserstadt Byzanz. Der Einfluss und die Handelsverbindungen der reichsten Stadt Europas reichten von Asien bis nach Westeuropa – und auch in die  Oberpfalz.
Der kleine Ort Venedig, heuer nur  „Vorstadt“ Nabburgs, kann ein Stützpunkt der adriatischen Handelsmacht gewesen sein: Die  facettenreiche Kirchenanlage im unweit entfernten Perschen birgt ein Kleinod unschätzbaren Wertes: Die Friedhofskapelle über dem Karner ist vom Boden bis zum Scheitel des Gewölbes im sizilisch-byzantinischen Stil ausgemalt – neben nur in Resten erhaltenen Fresken in Regensburg, einziges Beispiel romanischer Monumentalmalerei in der Oberpfalz. In der ebenfalls romanischen Kirche St. Nikolaus, direkt im Zentrum Venedigs gelegen, bereichert der Bamberger Oboist D. Krefis das Besichtigungsprogramm mit Kompositionen der Zeit Monteverdis und Gabrielis, also aus Renaissance und Barock.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen auf dem Mariahilfberg – hoch über Amberg gelegen – wird die alte Hauptstadt der Kurpfalz erkundet: Ambergs Kirchen, die an den Wassern der Vils stehen, und die vielen Brücken, die diese elegant überspannen, erinnern einmal mehr an die Serenissima, an Venedig. In Neumarkt letztlich schließt sich der Kreis „großer“ Kunst: In einem Architekturjuwel ohnegleichen – im Museum Lothar Fischer – werden Werke Alberto Giacomettis präsentiert, des Künstlers, der spätestens seit der Biennale in Venedig 1962, Weltgeltung besitzt.
Die Fahrtstrecke über Land, durch Kastl mit seiner romanischen Kirchenburg und Trautmannshofen mit seiner Wallfahrtskirche von Dientzenhofer, rundet das wunderschöne Programm gelungen ab.

Übersicht über Kulturreisen 2007

Dezember 2007
„Glück und Glas . . .  wie leicht bricht das“ –
Ein Ausflug in den Thüringer Wald zu kaum bekannten Stätten mit großer Vergangenheit.

Weihnachten und der Jahreswechsel stehen uns bevor: Nun ist Zeit um über das Vergangene und Zukünftige, um über Sinn und Unsinn menschlicher Eitelkeit, des Strebens nach Größe und angeblicher „Unsterblichkeit“ zu reflektieren.
Als die sächsische Adelige Paulina ihre Cella in einer idyllischen Talaue gründete, ahnte sie nicht, dass daraus eines der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster des Benediktinerordens entstehen würde – Paulinzella. Wer hätte damals gedacht, dass die hochromanische Anlage nach der Reformation aufgegeben werden würde und sich erst um 1800 die Romantiker, wie Goethe und Schiller, wieder dafür begeistern würden. Auch die Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg hätten nie gedacht, dass ihr barockes Bergschloss, hoch über dem wildromantischen Schwarzatal, 1940 planmäßig abgerissen würde. Der Krieg verhinderte die restlose Zerstörung, und noch immer zählt die Ruine des Schlosses neben derjenigen Paulinzellas zu den eindrucksvollsten Bauruinen Thüringens. Ganz anders war das Streben Friedrich Fröbels aus Oberweißbach ausgerichtet: Der Menschenfreund setzte sich – trotz widrigster Umstände – das Ziel, die ganzheitliche Ausbildung aller Anlagen und Kräfte des Kindes von Geburt an zu unterstützen und schuf – den KINDERGARTEN! Auch die in den komplett mit Schiefer verkleideten Häusern der Stadt Lauscha arbeitenden Glasbläser schufen beeindruckendes: Mit Beginn des Winters schlossen sich die ansonsten unabhängigen Werkstätten zusammen, um neben ihren mannigfaltigen Erzeugnissen auch große Aufträge aus Übersee für  Weihnachtsschmuck erfüllen zu können.
… und wer weiß noch, wo Friedrich Ebert die „Weimarer Verfassung“ unterschrieb? In Schwarzburg! Genau dort, wo das gemeinsame Mittagessen guter Thüringischer Küche eingenommen wird.

November 2007
„August Macke, Jena und die Saale“ –
Ein Ausflug zu Burgen und alten Städten an der thüringischen Saale und zur August Macke-Ausstellung in Jena.

Nördlich von Kronach entspringt die Loquitz. Immer ihrem Lauf folgend, durch Ludwigsstadt und vorbei an Lauenstein mit seiner berühmten Burg, erreicht man das einst überaus bedeutende Saalfeld. Das mittelalterlich geprägte Stadtbild mit seiner gotischen Stadtkirche und dem nur wenig jüngeren Rathaus, dem frühbarockem Schloss und prächtigen Bürgerhäusern wird noch immer von der Stadtmauer mit Toren und Türmen umzogen. Wahrzeichen der Stadt sind jedoch die imposante Burgruine „Hoher Schwarm“ und natürlich die stille und wunderschön dahinfließende Saale! An ihr entlang fahrend, erblickt man bald das Schloss von Rudolstadt, die prächtige Heidecksburg und nur wenig weiter die imposante Berg- und Burgstadt Orlamünde, erbaut auf einem hohen, langen und äußerst schmalen Felsengrat!
Nach dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen thüringischer Küche in frühbarocken Räumen und wunderbarer Sicht ins Saaletal, werden wir schon von weitem von der Leuchtenburg bei Kahla und kurz darauf vom interessanten Panorama der „Musen- und Universitätsstadt“ Jena begrüßt. Altes und Neues verbinden sich in dieser pulsierenden Metropole in fruchtbarer Symbiose: Mauern des Mittelalters und Wolkenkratzer der Moderne, Werke von Klinger und Hodler mit Bauten van de Veldes undvon Theodor Fischer.
Diese Stadt der Künste zieren zurzeit phänomenale 150 (!) Werke der Maler August Macke und seines Freundes Cuno Amiet: Bilder, Grafiken und Zeichnungen, die den Bogen von Paul Gauguin zum „Blauen Reiter“ und vom Jugendstil zur „Brücke“ spannen. Wunderschöne, ausgewogen-duftige Kompositionen, in denen Mensch und Natur zu vollkommener Einheit verschmelzen und ein friedvolles, harmonisches Beisammensein ergeben!

Oktober 2007
„Liebe und Schmerz – Edvard Munch in Schwäbisch Hall“ –
Ein Ausflug zu Burgen, Schlössern und alten Städten im Hohenloher Land und zur großen Munch-Ausstellung in Schwäbisch Hall.

Das Hohenloher Land – vor langer Zeit auch Hohenlohe-Franken genannt – ist eine Landschaft von ganz besonderem Reiz. Wo sonst spürt man die Ruhe, das Wunder der Abgeschiedenheit so stark wie dort?  Umgeben von ausgedehnten Buchenwäldern und weitläufigen Ackerflächen träumen kleine Fachwerkdörfer an stillen Bächen, beschützt von mächtigen Höhen, auf denen prächtige Schlösser thronen. Beidseits der Ufer des Kochers liegt die alte ehemals Freie Reichsstadt Schwäbisch Hall mit ihren schönen Bauten aus Vergangenheit und Gegenwart.
Ein besonders gelungener moderner Bau, die Kunsthalle Würth, bekannt für ihre bedeutenden Ausstellungen, zeigt momentan mit 150 Werken des norwegischen Malers Edvard Munch, einen beeindruckenden Querschnitt seines Œuvres. Bildinhalte so existentieller Themen wie Liebe und daraus resultierendem Schmerz machten Munchs Bilder bekannt (bspw. „Der Schrei“), doch die Summe der ausgestellten Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers offenbart mehr vom Charakter des Künstlers, als sein bekanntestes Werk vermuten ließe.
Beim Fahren entlang der Jagst erlebt man Überraschendes ganz anderer Art: Sowohl beim Besuch des Hohenloheschen Residenzstädtchens Kirchberg und der Burgruine Leofels, als auch beim Anblick des Schlosses Langenburg, wundert man sich, dass es solch schöne Plätze überhaupt noch gibt.
Beim gemeinsamen Mittagessen in Schwäbisch Hall und der abschließenden Einkehr in einem der urgemütlichen Landgasthöfe lernt man weitere bodenständige Überraschungen kennen: Köstlichkeiten der schwäbischen, wie auch der hohenlohesch-fränkischen Küche.

September 2007
„Der Himmel auf Erden – Die Familie von Schönborn und ihre Liebe zu den schönen Künsten“. Architektur, Malerei und Musik aus Renaissance und Barock in Mainfranken, musikalisch auf der Oboe bereichert durch Dieter Krefis.

Mit das am stärksten Beeindruckende, das in der Zeit des Barock geschaffen wurde, sind die phänomenalen Decken- und Wandfresken Tiepolos und Marchinis in der Würzburger Residenz und anderen Prachtbauten Mainfrankens: Architektur und Malerei bilden eine schier unglaubliche Einheit, denn die Grenzen zwischen Realität und Illusion scheinen aufgehoben zu sein. Der Sinnesgenuss lässt sich jedoch noch steigern – in Verbindung mit den klassischen  Klängen der Oboe, mit Kompositionen aus Renaissance und Barock, dargeboten in einem der schönsten Festsäle der Region.
Dem Besuch der Würzburger Residenz mit dem seit 2006 wieder in alter Frische erstrahlendem Deckenfresko Tiepolos und dem Spaziergang durch den Hofgarten, folgt das gemeinsame Mittagessen in Marktsteft, einer barocken Planstadt der Markgrafen von Ansbach. Während des kleinen Stadtrundgangs und bei der Führung durch das Museum für Stadt- u. Familiengeschichte erlebt man das Lebensgefühl in einer protestantischen Stadt des 18. Jahrhunderts. Über Wiesentheid mit seiner von Marchini überwältigend ausgemalten Pfarrkirche erreicht man den kleinen Ort Zeilitzheim, der von der mächtig-dräuenden Anlage des manieristisch-frühbarocken Schlosses dominiert wird.
Der Besitzer, Baron Alexander von Halem, führt uns durch die Anlage, und auch in den von Marchini überreich antikisch ausgemalten Festsaal, wo der Bamberger Oboist Dieter Krefis, einige zeitgenössische Kompositionen darbieten wird.
Im angeschlossenen „Gasthaus zur Sonne“ klingt der schöne und überaus interessante Tag beim gemeinsamen Abendessen dann festlich und harmonisch aus.

August 2007
„Es lispeln und wispeln die schlüpfrigen Bronnen“ –
Architektur und Dichtkunst der Renaissance und des Barock im Nürnberger Land. Gedichtrezitationen des 16. und 17. Jahrhunderts an Originalschauplätzen – dargeboten von Michael Pecht.

Wer glaubt, die Region rund um Nürnberg, das „Nürnberger Land“ sei kulturell arm und nur durch Autobahnen, Bahngleise, den Flughafen oder durch Industrie und Gewerbe geprägt, der irrt!
Die überaus reizvolle Umgebung Nürnbergs, einstmals reichste und größte Stadt des deutschen Mittelalters, mit dem ausgedehnten Reichswald, den schönen Fachwerkdörfern und Weilern in abgelegenen Tälern, den Quellen und stillen Bächen, bewog zu Zeiten der Renaissance und des Barock die reichen Patrizierfamilien der Stadt – wie die Tucher, die Welser und Stromer, Petz v. Lichtenhof und Kress v. Kressenstein und viele andere mehr – sich vor den Toren der Stadt repräsentative Schlösser zu erbauen und diese mit prachtvollen Gartenanlagen umgeben zu lassen. Viele Anlagen, wie die Schlösser in Schwarzenbruck, in Neunhof bei Lauf und Neunhof bei Nürnberg künden von jener glanzvollen Zeit. Doch die Eliten der Stadt, gebildet an der Nürnberger Universität in Altdorf, dem „Neuen Athen“, trafen sich auch an verwunschen wirkenden Stätten, wie der amphitheatralisch gefassten Sophienquelle bei Schloss Grünsberg im Schwarzachtal oder im Irrhain des Pegnesischen Blumenordens unweit der Wehrkirche in Kraftshof. Gekleidet in mit Blumen bestickte Gewänder, riefen sie sich mit Blumennamen und rezitierten blumige Verse. Gedichtrezitationen vor Ort vorgetragen von Michael Pecht und die Innenbesichtigung des Kress von Kressenstein’schen Schlosses Neunhof bei Nürnberg gehören zu den Höhepunkten des Tages; das gemeinsame Mittagessen regionaler Küche in Diepersdorf und der gemütliche „Gesellige Ausklang“ in Neunhof runden dieses Kulturereignis der ganz besonderen Art gelungen und erfolgreich ab.

Juni 2007
„Iwein, der Ritter mit dem Löwen“ –
Schmalkalden und das unbekannte Hennebergisch-Franken. Musikalisch auf der Oboe bereichert durch Dieter Krefis.

Nicht wirklich weit entfernt, bei gutem Wetter von der Giechburg bei Scheßlitz sichtbar, markieren die beiden Gleichberge die kulturhistorisch fast vergessene Landschaft „Hennebergisch-Franken“, eine Region „zwischen“ Franken und Thüringen von ganz besonderem Reiz.
Inmitten der anmutigen, reich gegliederten Kleinlandschaft, die vom satten Grün der Wiesen und Weiden und der weiten, welligen, von Rainen begrenzten Ackerflächen und von lichten Eichen-Hainbuchenwäldern dominiert wird, finden sich in Rohr, Schmalkalden, Römhild und Bibra bedeutende Werke der Malerei, Skulptur und Architektur und Stätten europäischer Bedeutung.
So steht in Rohr der einzige Monumentalbau im östlichen Deutschland, der weitgehend aus karolingischer Zeit stammt: Die Michaeliskirche, erbaut 815 bis 824, später Pfalzkapelle der Ottonen und Aufenthaltsort der Kaiserin Theophanu. In Schmalkalden kann man die „Iwein-Malereien“ vom Anfang des 13. Jh. bewundern, in Römhild die bronzenen Grabdenkmäler der Henneberger, Arbeiten Peter Vischers d. Ä. und in Bibra Skulpturen Tilman Riemenschneiders und seiner Werkstatt.
Das Besichtigungsprogramm vereint viel Fachwerk, wie in Schmalkaldens Altstadt, schöne Burgen, Wehrkirchen und Schlösser, wie das überaus prächtige Renaissanceschloss Wilhelmsburg, mit musikalischen Werken älterer und neuerer Zeit, die der Bamberger Oboist Dieter Krefis, vor Ort darbietet. Wo sonst ist es möglich und erwünscht im Umhergehen Werke Tilman Riemenschneiders zu den schönen Klängen der Oboe zu genießen?
Gute Thüringische Küche beim gemeinsamen Mittagessen in Schmalkalden und der gemütliche „Gesellige Ausklang“ in Bibra runden dieses   Kunstereignis ganz besonderer Art gelungen und erfolgreich ab.

Mai 2007
„Von Doktor Faust zu Hermann Hesse“ –
Das Unesco-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn im Wandel der Zeit.

Im gleichen Jahr in dem die Altstadt Bambergs zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt wurde, fand noch ein anderes Ensemble Aufnahme in die Liste der UNESCO: Maulbronn, die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen.
Schon 1873 schrieb man: „Selten ist eine mittelalterliche Klosteranlage so vollständig und so gut erhalten; man vermag sich noch in das klösterliche Leben mit Allem, was dazu gehörte hinein zu versetzen, denn nicht bloß die Kirche und die eigentlichen Klosterräume, auch alle die stattlichen und dauerhaften Nebengebäude, die einst den reichen Klosterhaushalt vermittelten, stehen noch aufrecht und geben uns, wie kaum ein anderes Zisterzienserkloster in Deutschland, einen Begriff von der großartigen … Tätigkeit dieses um die Kultur des Mittelalters hochverdienten Mönchordens“.
Seit damals hat sich daran nur wenig geändert.  Der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand des Klosterbezirks bewog deshalb 1993 die UNESCO die komplette Anlage mit der näheren Umgebung in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Einzelne Bauten der Anlage gehören zu den Höhepunkten gotischer Architektur, und dass sowohl
Dr. Faust wie auch Hermann Hesse mit Maulbronn in Verbindung zu bringen sind, macht das Kloster noch bedeutender.
Eine fachkundige Führung durch den engeren Klosterbereich mit Klosterkirche und Klausur, das gemeinsame Mittagessen in der ehemaligen Klosterschmiede, aber auch die Besichtigung der Staufischen Burg Steinsberg bei Sinsheim auf der Hin- und der Besuch des Renaissance-Schlosses Neuenstein im Hohenloher Land auf der Rückfahrt sowie letztlich der „Gesellige Ausklang“ bei Wein und einer Brotzeit in Neuenstein, runden den erlebnisreichen Tag genussvoll und gelungen ab.

April 2007
„Exotische Welten“ –
Eine Kulturreise zu Schlössern und alten Stätten im Steigerwald und zur Ausstellung „Exotische Welten – Aus den völkerkundlichen Sammlungen der Wittelsbacher“ in Iphofen.

Von den Hassbergen im Norden bis zur Frankenhöhe im Süden, vom Würzburger – bis ins Bamberger Land, erstreckt sich das grüne Band des Steigerwaldes. Burgenbekrönte Höhen mit mächtigen, schutzwürdigen Buchen- und Eichenwäldern, fallen gen Westen jäh in die liebliche Ebene des sich windenden Mains ab. In stillen Waldtälern mit einsamen Weilern und uralten Klöstern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Kaum bekannt sind die Wasserburg von Dachsbach oder die ehemalige Benediktinerabtei Münchsteinach mit ihrer original erhaltenen Ausstattung der Romanik, und auch das Innere des phantastisch anmutenden, prächtigen Renaissanceschlosses Schwarzenberg bei Scheinfeld, zur Hochzeit einer Fuggerprinzessin „italienisch“ gestaltet, haben nur wenige gesehen. Burg und Schloss Frankenberg thronen auf steiler Bergeshöhe bei Weigenheim. Stilvoll, doch zu bezahlbaren Preisen isst man dort im barocken Amtshaus zu Mittag. Das türme- und torebewehrte Winzerstädtchen Iphofen lockt nicht nur mit seinem mittelalterlich geprägten Stadtbild, sondern auch mit der Sonderausstellung: „Exotische Welten“, mit einmaligen Schätzen aus Afrika und Asien, aus den beiden Amerika und aus der Inselwelt Ozeaniens, die S. K. H. Herzog Franz von Bayern im renommierten “Knauf-Museum” zeigt. Die seit Jahrhunderten nicht ausgestellten und deshalb exzeptionell gut erhaltenen Objekte gehören zu den bedeutendsten völkerkundlichen Kostbarkeiten weltweit. Spaziergänge durch Iphofen und Castell und letztlich die gemeinsame Einkehr zu einer Brotzeit mit Wein oder Bier beim „Geselligen Ausklang“, runden den schönen Tag im Steigerwald genussvoll ab.

März 2007
„Cranach im Exil“ –
Eine Kulturreise zu Schätzen aus Mittelalter und Renaissance in Aschaffenburg und im Spessart mit Besuch der Ausstellung „Cranach im Exil – Aschaffenburg um1540“.

Schätze des endenden Mittelalters und der Renaissance gilt es im Spessart zu entdecken. Der Main scheint nicht zu wissen was er will – wieder und wieder windet er sich in Schleifen durch altes Bauernland, durchfließt in engen Windungen waldreiche Täler, an deren Hängen Städte, Burgen und Kirchen von vergangenen Tagen träumen. Steinerne Türme recken sich aus dem Zwielicht der schmalen Gassen der Stadt Karlstadt und erinnern an Burgen im Kleinen. Reich ist die Ausstattung der Pfarrkirche St. Andreas, beeindruckend die Qualität ihrer Kunstwerke. Schutz, aber auch dumpfe Bedrückung, mag die große Burg Rothenfels für das sich unterhalb duckende, in seiner Enge verschattete Städtchen, bedeutet haben. Verborgen im alten und geheimnisvollen Spessart, dem Spechtswald, liegt im Tal der Elsava die Wallfahrtskirche von Hessenthal – Grabstätte der Familie  Echter von Mespelbrunn – mit ihren meisterlichen Skulpturen von Hans Backoffen und Tilman Riemenschneider.
Nach dem Mittagessen in einem Wirtshaus im Spessart begrüßt uns die alte Residenzstadt Aschaffenburg und mit ihr das vieltürmige Schloss Johannisburg – einer von drei Ausstellungsorten der Sonderausstellung mit Meisterwerken von  Lucas Cranach d. Ä. . Cranachs Leben, im Spannungsfeld zwischen Martin Luther und Kardinal Albrecht von Brandenburg stehend, und Cranachs Werk,  geschaffen für Halle, Mainz, Magdeburg und Halberstadt, werden hier umfangreichst beleuchtet.
Beim „Geselligen Beisammensein“ in einer Wirtsstube unweit des Schlosses klingt der schöne und erlebnisreiche Tag bei einem Schoppen Wein und einer Brotzeit gemütlich und gelungen aus.

Februar 2007
„Eine starke Truppe“ –
Weißenburg, das Altmühltal und Eichstätt von den Römern bis zur Architektur der Moderne.

Schier unglaublich, was die starken Truppen der Römer da trieben. Sie schlugen Schneisen und Lichtungen in den Urwald und errichteten Kastelle und Städte nach römischem Vorbild. Luxuriöse Landgüter – die Villae Rusticae – waren mit kunstvoll bemalten Wänden, Fußbodenheizung und Bädern ausgestattet. All dies wurde vom Limes geschützt, einer 550 km langen Grenzbefestigung, die 2005 von der UNESCO zum Welterbe der Menschheit erklärt wurde.

Die alte Reichsstadt Weißenburg – das antike Biriciana – wurde von der UNESCO zum  “Limes-Informationszentrum” bestimmt, da dort überreiche Funde vom Glanz römischer Zeit künden: Das Kastell, die Thermen und der weltberühmte Schatzfund im Römermuseum. Mitten im Naturpark Altmühltal, nur wenige Kilometer vom sich windenden Fluss entfernt, liegt die rekonstruierte Villa Rustica von Möckenlohe – komplett eingerichtet und mit lebenden Tieren im angrenzenden Stall.
In der kleinen Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Den Dom, die Kirchen und Paläste aus Mittelalter und Barock umgibt eine schwer zu beschreibende Aura großer Vergangenheit. Doch mitten hinein in das historische Gefüge der alten Stadt setzten Peter Behnisch und Karljosef Schattner Bauten kompromissloser Moderne aus Beton, Stahl und Glas, die zur Diskussion herausfordern.
Ein Mittagessen lokaler Speisen zu bezahlbaren Preisen und die Brotzeit beim „Geselligen Ausklang“ runden den Tag gelungen ab.

Januar 2007
„Ein Mitbringsel aus dem Orient“ –
Eine Kulturreise zu Burgen und Schlössern der Frankenhöhe, zu Spuren früher türkischer “Einwanderer” – und eine Führung durch die Landesausstellung „200 Jahre Franken in Bayern“ in Nürnberg.

Die Frankenhöhe, die abgeschieden wirkende Landschaft zwischen Bibert, Zenn und Aisch, bietet eine Fülle entdeckenswerter kulturhistorischer Zeugnisse der Vergangenheit: Wehrhafte  Burgen und Schlösser, von Mauern umzogene Fachwerkdörfer, stattliche Gasthäuser und vieles mehr.
Doch die dicht an dicht liegenden Burgen und Schlösser künden auch von anderen, einst viel kriegerischen Zeiten: Adelige, denen es in der mittelalterlichen Burg von Leonrod oder im Renaissanceschloss von Neuhof a. d. Zenn zu ruhig war, versuchten Ruhm und Ehre und natürlich Beute auf fremden Schlachtfeldern zu gewinnen. Ein Türke, ein „Heidenkerl“ vom Balkan oder gar direkt aus dem Orient, war schönstes „Mitbringsel“ zur Zeit der Türkenkriege. Auch Frauen und Kinder wurden gerne mitgebracht und verschenkt. Spuren jener bemitleidenswerten Menschen gibt es viele, so in Rügland, wo sich nicht nur ein barockes Wasserschloss, sondern auch eine ganz außergewöhnliche Grabstelle auf dem Dorffriedhof befindet.
Das überwältigende Bergschloss von Virnsberg – durch das Baron Asmus von Eyb führen wird – und das wohl erhaltene Ickelheim erinnern an andere Herren: Den Deutschen Ritterorden. Auch das Blaue – und das Rote Schloss von Obernzenn werden im Besichtigungsprogramm nicht vergessen!
Das Mittagessen zu bezahlbaren Preisen in Unternbibert, der„Gesellige Ausklang“ in einer Weinstube in Bad Windsheim und die Führung durch die Bayerische Landesausstellung „200 Jahre Franken in Bayern“ in Nürnberg runden den erlebnisreichen Tagesausflug gelungen ab.

Übersicht über Kulturreisen 2006

Dezember 2006
„So nah und doch so fern“ –
Mit Michael Pecht auf Kulturreise durch die Oberpfalz.

Gar nicht so weit entfernt, nur wenige Kilometer ostwärts hinter Nürnberg, beginnt für viele eine „Terra incognita“. Die Oberpfalz – und dort besonders Stadt und Landkreis Neumarkt – sind „unbekanntes Land“. Das ist schade, denn gerade dort kann man wahre „Juwelen am Wegesrand“ entdecken:
Allersberg, gerade noch in Franken, konnte sich sein beschwingt barockes Ortsbild eichstättscher Prägung erhalten, die monumentale Wallfahrtskirche von Freystadt – Gründungsbau und Höhepunkt bayerischer Architektur des Hochbarock – besticht durch ihre Fresken von Georg, Cosmas Damian und Egid Quirin Asam. Zisterziensische Baugepflogenheiten in einer für Altbayern einzigartigen Konsequenz werden im ehemaligen Kloster Seligenporten sichtbar – das Chorgestühl gehört zu den ältesten Exemplaren der deutschen Gotik. Neumarkt glänzt mit kompromisslos-moderner, zeitgenössischer Architektur. Das erst 2004  eröffnete Museum Lothar Fischer ist ein weiß strahlendes Baujuwel. Da sowohl der Bau wie auch die gesamte Inneneinrichtung vom Architekten entworfen wurden, wirkt das Museum wie aus einem Guss. Der Bau ist im Ganzen ein Zeugnis dafür, dass auch in der vermeintlichen „Provinz“ Architektur entstehen kann, die Vorbildcharakter besitzt und begeistern kann! Neben den Plastiken Lothar Fischers zeigt das Museum zurzeit in einer Sonderausstellung das abstrakt-gegenständliche Schaffen der “Gruppe SPUR”, die durch ihre kunstpolitisch provokanten Aktivitäten maßgeblich zum künstlerischen Aufbruch im Deutschland der späten 1960er Jahre beitrug.

November 2006
„Konrad und die Seherin“ –
Mit Michael Pecht und Martin Neubauer unterwegs im Schwäbischen.

Der Stauferkönig Konrad III. – er ruht im Ostchor des Bamberger Domes – belagerte 1140 die Welfenburg Weinsberg bei Heilbronn und zwang sie zur Übergabe. Den Frauen jedoch gestattete er freien Abzug mit so viel Habe, wie sie tragen konnten. Diese trugen ihre Männer auf den Schultern fort; die Burg erhielt den Namen „Burg Weibertreu“.
In Bad Wimpfen am Neckar fühlt man sich in jene Zeit des Mittelalters zurückversetzt, bildet doch die riesige Burganlage der Staufer den Kern der Stadt, umwehrt von Mauern und überragt von den Türmen der Burg, der  Kirchen und Klöster. Die Stadt ist ein Juwel. Die schönen Fachwerkhäuser bergen gemütliche Lokale, in denen zu bezahlbaren Preisen Schwäbische Küche zu genießen ist. Weinsberg errang literarischen Ruhm durch die Legende der Burg Weibertreu; derjenige jedoch, der die Geschichte niederschrieb, ist fast vergessen. Justinus Kerner gilt es wieder zu entdecken! Dieses Dichters der Romantik, dessen Werk „Die Seherin von Prevorst“ einst in vielen Sprachen gelesen wurde, nimmt sich Martin Neubauer an – in Kerners Wohnhaus tauchen wir ein in jene vergangene Zeit. Sagenhaft und beinahe unwirklich erscheint Schloss Neuenstein im Hohenloher Land. Die geschichtsträchtige Anlage der Renaissance wurde um 1900 zu einem Märchenschloss zeitloser Schönheit umgestaltet. In einem der typisch behäbigen Gasthöfe klingt der schöne Tag bei einer Brotzeit – und vielleicht bei  einem „Kerner“ von den Weinsberger Lagen? – dann genussvoll aus.

Oktober 2006
„Wer war Qin-Shihuangdi?“ –
Die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China und „chinesisches“ in Unterfranken.

„Wie Phoenix aus der Asche” –
Die Schätze der Antike aus Herculaneum und die Villa des Franz von Stuck.

Als im August 79 n. Chr. der Vesuv ausbrach, und über 20 Stunden lang 200.000 Tonnen Magma pro Sekunde über dem Golf von Neapel niedergingen, wurde die blühende Stadt Herculaneum mitsamt ihren Bewohnern unter bis zu 25 Meter starken Schichten aus Asche und Bimsstein begraben und damit jegliches Leben ausgelöscht. Die Aufsehen erregende Wiederentdeckung der Stadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts, hatte für die europäische Kunst- und Geistesgeschichte weitreichende Folgen; doch erst jüngste Ausgrabungen machten die  menschliche Dimension der Katastrophe deutlich.
Die in München gezeigte Ausstellung: Die letzten Stunden von Herculaneum präsentiert eine Fülle von Schätzen: Marmorstatuen und Bronzeskulpturen, kostbare Wandmalereien und Mosaiken, Holzmöbel und goldenes Geschmeide, Alltagsgegenstände und viele andere einzigartige Exponate aus Herculaneum und Pompeji.
Auch bei der Münchner Architektur ist der Einfluss Herculaneums überdeutlich: Die berühmte Villa des „Malerfürsten“ Franz von Stuck vereint Stilelemente der Antike mit neuesten Entwicklungen der Zeit um 1900 zu einem Gesamtkunstwerk an der Schwelle zwischen Historismus und Jugendstil. Weniger bekannt, aber umso überraschender in der Wirkung ist der Muschelsaal der Augustiner-Gaststätten, in den in geselliger Runde abschließend gemütlich eingekehrt wird.

September 2006
„Mit Martin Neubauer und Michael Pecht auf Kulturreise nach Weimar“ –
Die Wiederholung der Kulturreise “Weimar? = Kultur²! “aufgrund großer Nachfrage.

August 2006
„Weimar? = Kultur² !“–
Ein unkonventioneller Spaziergang mit M. Pecht und M. Neubauer von der Klassik zum Bauhaus.

Wer Weimar besucht, fragt sich, ob er träumt oder wacht! Weimar könnte ein Traum sein – doch in der Realität ist es eine der faszinierendsten Städte Deutschlands. Welche Geistesgröße hat dort nicht ihr Spuren hinterlassen?  Wer war noch nicht dort? Nicht umsonst ist dieses kulturelle Juwel von der UNESCO 1996 und 1998 gleich zweimal zum Welterbe der Menschheit  erklärt worden, und 1999 wurde Weimar unbestrittene Kulturhauptstadt Europas!
Auf den Spuren Goethes und Schillers, von Henry van de Velde und Oskar Schlemmer spazieren wir auf unkonventionellen Wegen durch Weimar, besuchen die Stätten deutscher Klassik und des Bauhauses – der Wiege der Moderne.
Der  literarische Spaziergang mit Martin Neubauer rund um Goethes Gartenhaus im Goethepark an der Ilm gehört zu den unvergesslichen Momenten des Tages; kurze Überraschungslesungen während der Busfahrten, ein Mittagessen lokaler Speisen zu bezahlbaren Preisen, der „gesellige Ausklang“ in einem Jugendstil-Café und die allgegenwärtige Betreuung durch Martin Neubauer und Michael Pecht runden den wunderschönen Tag  gelungen ab!

Juli 2006
„Wo liegt Loheland?“ – Osthessen und die Hohe Rhön.

Am westlichen Rand der von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärten Hohen Rhön, im wald- und kuppenreichen Landkreis Fulda, errichteten 1919 – geprägt vom Zeitgeist der Reformbewegungen  in freier Natur – zwei Freundinnen eine Schule für Gymnastik, Landbau und Handwerk: Loheland genannt! Basierend auf Rudolf Steiners Lehre der Anthroposophie entwickelte sich Loheland zu der Bildungsstätte für Eurythmie – einer expressiven Tanzkunst und Form von gymnastischer Leibesübung. Mehr als 40 expressionistisch geprägte Gebäude wurden in den Hochzeiten der Dorfsiedlung errichtet.
Zwei Aspekte  prägen die Hohe Rhön: Berge, wie die Wasserkuppe oder die Milseburg, mit atemberaubenden Fernsichten weit hinaus ins Land und die barocken Zeugnisse der Fürstäbte von Fulda, die nicht nur in ihrer Residenzstadt selbst, sondern auch andernorts, wie in Bieberstein ein Bergschloss oder in Gersfeld eine Rokoko-Kirche hinterließen.
Die gesunde Mittagskost in Loheland und der „gesellige Ausklang“ im fränkischen Teil der Rhön – in Urspringen bei Ostheim – runden den interessanten Ausflug in eine wenig bekannte, herrliche Landschaft, gelungen ab!

Juni 2006
„Riemenschneider und die Stuppacher Madonna“ –
Tauberfränkische Impressionen zwischen Wertheim und Creglingen.

Der nordöstlichste Teil Hohenlohes greift weit nach Tauberfranken hinein und das liebliche Taubertal zwischen Wertheim und Creglingen trägt vollkommrn fränkische Charakterzüge: Sanfte, rebenbewachsene Hügel zu beiden Seiten des Flusses und romantische Orte, die längst vergangenen Zeiten angehören zu scheinen.
Wie Perlen einer Kette sind hier Kulturdenkmäler in wunderschöner, sattgrüner Landschaft dicht an dicht aneinandergereiht: Die mächtige Burg der Grafen von Wertheim, das  ehem. Zisterzienserkloster Bronnbach, die Gamburg, Grünewalds Stuppacher Madonna, die nachgotische Wallfahrtskirche von Laudenbach, Burg Brauneck aus der Zeit der Staufer, das achteckige Templerkirchlein in Standorf, der Creglinger Marienaltar von Riemenschneider und die Kunigundenkapelle von Burgerroth.
Für das leibliche Wohl  beim tauberfränkischen Mittagessen in Laudenbach und  beim „Geselligen Ausklang“  bei einem Schoppen Wein und einer herzhaften Brotzeit in Aub, ist bestens gesorgt!

Mai 2006
„Von Rubens zur Konkreten Kunst“ –
Tradition und Moderne zwischen Neuburg an der Donau und Ingolstadt.

Am ewig-blauen Strom der Donau liegend, war Ingolstadt einst glanzvollste Residenz der bairischen Herzöge und Sitz der „Hohen Schule“ – der Landesuniversität. Überreich an historisch bedeutender Architektur, bezeugt das mittelalterlich-geprägte Stadtbild mit Türmen und Toren, stattlichen Patrizierhäusern, Pfarr- und Ordenskirchen, dem mächtigen Schloss sowie dem prächtigen gotischen Münster von wahrhaft kathedraler Größe, eine Zeit, als Ingolstadt Zentrum höfisch-französisch geprägter Kultur war und dort der Bruder Königin Isabeaus de Bavière und Schwager des französischen Königs residierte. Neuburg, flussaufwärts auf hohem Felsen thronend, ist eine Residenzstadt der Renaissance – so heiter, schön und prachtvoll, dass man sich in einem der Königsschlösser der Loire wähnt. Höhepunkte „Großer Kunst“ bergen die „Staatsgalerie Flämischer Barockmalerei“ mit ihren Werken Peter Paul Rubens in Neuburg und das „Museum für Konkrete Kunst“ in Ingolstadt. Schloss Hirschberg wiederum vereint das Gesehene des ganzenTages und spannt mit seiner Architektur den Bogen vom Mittelalter ins „Hier und Jetzt“.
Das regional-typisch Mittagessen sowie der gesellige Ausklang bei einer herzhaften Brotzeit oder Kaffee und Kuchen vervollständigen den Ausflug in eine zu Unrecht kaum bekannte Region.

April 2006
„Ein Tor zur weiten Welt“ –
Leben im „Fränkischen Amsterdam“. Entdeckungen im Maindreieck.

Die dichte Städtelandschaft Mainfrankens, besonders im  so genannten „Maindreieck“, dem Land zwischen Sommerhausen und Volkach, ist auf die Kleinstaaterei vergangener Zeiten zurückzuführen, als keiner der jeweiligen Herren seinen Nachbarn in Stadtgestaltung und Prachtentfaltung nachstehen wollte.
Vom hohenloheschen Sommerhausen mit selten geschlossenem mittelalterlich geprägtem Ortsbild, Wohnort des Schauspielers Veit Relin, geht die Fahrt über Giebelstadt mit dem Schloss Florian Geyers, zum weitgehend erhaltenen Kartäuserkloster Tückelhausen. Vorbei am würzburgschen Ochsenfurt erreichen wir die schwarzenbergsche Handelsstadt Marktbreit, dominiert vom prächtigen Rathaus der Renaissance. Der Reichtum dieser Stadt bewog die Markgrafen von Ansbach das unweit gelegene Dorf Marktsteft zu einer barocken Planstadt auszubauen, die als Fränkisches Amsterdam den Handel Europas an sich ziehen sollte! Nach dem gemeinsamen Essen lokaler Speisen erkunden wir die Zeugnisse dieser großen Zeit. Die anschließend besuchte wunderbare Wallfahrtskirche Maria im Sand, außerhalb des alten Dettelbach, gehört zu den schönsten Kirchen dieser Landschaft.
Der schöne Tag klingt wie gewohnt genussvoll aus: In geselliger Runde bei einem guten Schoppen Frankenwein auf Schloss Hallburg bei Volkach.

März 2006
„Tradition & Avantgarde“ –
Paul Klee, das Bauhaus und die 20er Jahre in Würzburg.

Wissen Sie, wo eine der schönsten Volkskunde- und Trachtensammlungen zu bewundern ist, wo mit den “Weißen Häusern am Berg” modern-avantgardistische Architektur der späten 20er Jahre betrachtet werden kann und wo 200 Exponate der Bauhaus-Künstler Paul Klee, Kandinsky, Itten und vieler anderer zu sehen sind? In Würzburg!

Februar 2006
„Eleganz & Anmut“ –
München um 1900 und das Leben auf dem Lande: Franz von Stuck und Carl Larsson.

„Belle Epoque“ und „Jugendstil“ – Begriffe die Vorstellungen von einer „schönen“ Zeit wecken und glanzvolle Bilder evozieren. Im Gedächtnis der Nachwelt hat sich diese Zeit, als eines jener verlorenen Paradiese erhalten, die Europa vor dem Ersten Weltkrieg kannte.
Schillernste“ Persönlichkeit Münchens um 1900 war der „Malerfürst“ Franz von Stuck. Sein Wohn- und Atelierhaus gehört zu den bedeutendsten Raumschöpfungen jener Zeit: Elemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance werden mit neuesten Ent-wicklungen des späten 19. Jahrhunderts zu einem Gesamtkunstwerk internationalen Rangs vereint. Ganz anders arbeitete der Schwede Carl Larsson, dessen „Haus in der Sonne“ Weltruhm erlangte. Einzelne nachgestaltete und original möblierte Räume dieses Hauses werden – zusammen mit Larssons Gesamtwerk – in einer opulenten Schau präsentiert. Larssons Werk gehört zum Schönsten, das um 1900 geschaffen wurde.
Ein original Münchner Mittagessen in den historischen Räumen der Augustiner-Gaststätten und der Besuch eines Kaffeehauses runden den erlebnisreichen Tagesausflug gelungen ab.

Januar 2006
„Ein neuer Anfang“ –
Die „Maler der Brücke“ und das Land vor der Rhön.

Vor den expressiv wirkenden Gipfeln der Rhön, schmiegen sich, umgeben von sanften Höhen, hennebergisch-fränkische Fachwerk-Dörfer in weite, wellige, von Rainen begrenzte Ackerflächen. Steil aufragende Kuppen sind bekrönt von    Burgen, die sich in den fahlblauen Himmel recken.
Die „Fränkische Leuchte“, die Veste Heldburg,  weist gen Westen zu den Gleichbergen, in deren Schatten sich das kaum bekannte Römhild mit seiner schönen Kirche und großen Werken der Kunst des Mittelalters, sowie, verborgen von       uralten Wäldern, die Schlösser Irmelshausen und Sternberg, ducken. Ostheim v. d. Rhön, einst sächsisches Juwel, glänzt mit Bauten der Renaissance und der berühmten Kirchenburg,  einer Anlage ohnegleichen. Nach dem gemeinsamen Essen lokaler Speisen, durchschreiten wir das alte Bischofsheim a. d. Rhön mit seinen beeindruckenden Zeugnissen  der Vergangenheit.
Expressiv im besten Wortsinn sind die Werke von Schmidt Rottluff, Kirchner, Müller und Pechstein. Sie alle waren „Die Maler der Brücke“, deren Schaffen in einer Sonderausstellung in Schweinfurt zu bewundern ist.
Der schöne Tag voll überraschender Eindrücke klingt genussvoll aus: In geselliger Runde bei einem guten Schoppen Frankenwein, einem herzhaften Bier und einer schmackhaften  Brotzeit.

Übersicht über Kulturreisen 2005

November 2005
„Noahs Arche“ –
Der Künstler Fritz Koenig und das weihnachtliche Landshut.
Mit Führung durch die Ausstellung „Fritz Koenig: Meine Arche Noah“ im „Museum-im-Hofberg“.

Landshut, die Hauptstadt Niederbayerns, blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück: Sie galt als eine der prächtigsten Städte des Mittelalters und die berühmte „Landshuter Hochzeit“ von 1475 war ein Ereignis von europäischer Bedeutung!
Viele Jahrhunderte sind seither vergangen, doch noch immer ist Landshut ohnegleichen und erinnert mit ganzen Straßenzügen spätmittelalterlicher Giebelhäuser und riesigen Backsteinkirchen – wie St. Martin, deren Turm das höchste aus Ziegeln errichtete Bauwerk der Welt ist – eher an die Weltkulturerbestädte des Nordens – Lübeck, Wismar und Stralsund – als an eine Stadt Süddeutschlands. Der Komplex der Stadtresidenz, des ersten rein italienisch geprägten Renaissancebaus nördlich der Alpen, Laubengänge und reizvolle Innenhöfe setzen jedoch südländische Akzente. Unterhalb der prächtigen Burg Trausnitz befindet sich das “Skulpturenmuseum der Stadt”, das nicht erbaut, sondern in den Burgberg hineingegraben wurde. Die Sonderausstellung: „Fritz Koenig. Meine Arche Noah“ widmet sich der Lebens- und Arbeitswelt eines der bedeutendsten deutschen Bildhauers der Gegenwart. Koenigs Werke werden mit Zeugnissen der Volksfrömmigkeit und Objekten des antiken Europa und Asien und solchen der Kunst Ozeaniens und Afrikas zu einer wahren Kunst- und Wunderkammer der Gegenwart vereint!
Das gemeinsame typisch niederbayerische Mittagessen sowie die abendliche Brotzeit mit Bier oder Wein oder Kaffee und Kuchen vor der Rückfahrt, vervollständigen den Eindruck einer wunderbaren Stadt – einer Stadt gleich Noahs Arche.

Oktober 2005
„König und Königin“ –
Die Henry Moore-Ausstellung in Schwäbisch-Hall und das Hohenloher Land.

König und Königin“ und andere Werke des britischen Bildhauers Henry Moore galten in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts als Inbegriff moderner Skulptur. Ob Brasilia, New York, Paris oder Bonn – kaum eine Stadt von Rang ließ es sich nehmen, eine Skulptur Moores aufzustellen.
Das württembergische Schwäbisch Hall präsentiert rund 100 Arbeiten Moores – von der Zeichnung bis hin zu 5 Meter hohen Plastiken. Die Skulpturen, die im Rahmen eines geführten Rundgangs betrachtet werden können, sind nicht nur in der „Kunsthalle Würth“ zu sehen, sondern auch an verschiedenen Plätzen, der als eine der schönsten Städte Deutschlands geltenden ehemaligen Freien Reichsstadt. Durchflossen vom ruhigen Kocher, umringt ein mittelalterliches Idyll aus Sicherheit versprechenden Stadtmauern, Türmen und Toren sowie behaglichen Fachwerkhäusern und barocken Palais, die reich ausgestattete Stadtpfarrkirche und ihre berühmte Treppe. Der Spaziergang durch die Stadt und das Mittagessen regionaler Schwäbischer Gerichte sind Erlebnisse, die man nicht vergisst!
Hohenlohe, durchflossen von Kocher, Tauber und Jagst, ist eine verwunschene Landschaft, in der die Zeit stillzustehen scheint. Prachtvolle Burgen, wie Morstein und romantische Städtchen mit mächtigen Schlössern, wie Vellberg, Langenburg und Kirchberg thronen auf steil aus dem freundlichen Hügelland emporragenden Kuppen – und immer wieder staunt man darüber, dass es so etwas noch gibt.
Im Gasthof von Herbsthausen klingt der Tag genussvoll aus: Bei einer Brotzeit, einem Bier oder einem guten Schoppen tauberfränkischen Weins.

September 2005
„Salvador Dalí trifft Riemenschneider“ –
Entdeckungen in der unbekannten Welt der Hassberge und die Dalí-Ausstellung in Münnerstadt.


Obwohl nicht weit von Bamberg entfernt, sind die Hassberge weitestgehend unbekannt. Kulturhistorisch hat diese anmutige, stille, reich gegliederte Kleinlandschaft enorm viel zu bieten – der Bogen spannt sich hier vom Mittelalter bis ins Jetzt und Heute: Die Klosterkirche Maria Burghausen beeindruckt durch ihre wunderschöne Krypta – weniger einer Gruft, als einer, hellen Halle gleichend. Altershausen ist seit 1998/99, als dort der renommierte Schweizer Architekt Mario Botta einen Neubau errichtete, ein Mekka für Architekturbegeisterte der ganzen Welt. Münnerstadt – schon am westlichen Rand der Hassberge gelegen – bietet nicht nur ein vollkommen erhaltenes mittelalterliches Stadtbild, sondern mit dem „Magdalenen-Altar“ auch ein Meisterwerk der Künstler Veit Stoss und Tilman Riemenschneider. Zudem werden – und nur noch  bis zum 11. September – Salvador Dalís Illustrationen zu Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“ gezeigt. In Friesenhausen überrascht das prachtvolle Renaissance-Schloss im weitläufigen Park mit altem Baumbestand, im stillen Weiler Junkersdorf die mit gotischen Fresken ausgestattete Dorfkirche. Altenstein ist die wohl am malerischsten gelegene Burgruine der Hassberge: Weit hinaus ins Baunachtal reicht von hier der Blick! Das „Bergnest“ Lichtenstein hingegen besteht fast nur aus „ineinandergeschachtelten, aneinander gebauten Burgen, die noch immer von ritterlichen Familien bewohnt sind.
Das Mittagessen in Münnerstadt und der „Gesellige Ausklang“ am späten Nachmittag in Lichtenstein vervollständigen den schönen Tag in einer schönen, kaum bekannten Landschaft!

August 2005
„Dolce vita italiana & Chagall“ –
Ein Tagesausflug zu Kunstwerken Marc Chagalls und italienischen Genüssen in Aschaffenburg

Wer liebt es nicht, das Wunderland Italien – ein Stück des Himmels, das zur Erde fiel: Romantische Ruinen, Harmonie von Himmel, Meer und Erde und leibliche Genüsse, die ihresgleichen suchen!
Der Tag im südländisch anmutenden Aschaffenburg beginnt mit dem Besuch des kleinen Ladens von Il pastaio, dem „Nudelmacher“, der uns im schönen Ambiente seines Domizils in die Geheimnisse der Herstellung italienischer Pasta einweiht. Auf den Geschmack gekommen, ahnen wir schon, warum die Küche Italiens zu den besten der Welt gehört. Nach dem Mittagessen piemontesisch und lombardischer Gerichte im Restaurant „La Scala“, das extra für uns öffnet, wissen wir es: Die italienische Küche bietet mehr, als man gemeinhin annimmt!
Doch was wäre Italien ohne die Architektur der Antike, umgeben von grandiosen Gartenanlagen? Das „Pompejanum“, ein mit römischen Wandmalereien versehener Nachbau einer Villa aus Pompeji, erstrahlt seit kurzem im alten Glanz des 19. Jahrhunderts! Eingebettet ist dieser Prachtbau in einen wunderschönen Garten mit Trompetenblumen, Agaven, Feigen, Wein und Zypressen ähnelnden Säulenpappeln. Prachtvoll-farbig wie die Blumen sind die Bilder Marc Chagalls, vor allem diejenigen des Zyklus „Daphnis und Chloë“. Eine Auswahl von 150 Werken seines Schaffens werden wir in der Kunsthalle Jesuitenkirche bestaunen.
Zum Abschluss des schönen Tages genießen wir die Aussicht von der Terrasse der Schlossgaststätte und begreifen bei einem guten Schoppen Silvaner oder anderen Genüssen, dass wir Italien auch in Franken finden können!

Juli 2005
„Kleopatra & Paul Klee“ –
Ägypten und die Moderne zu Gast in Würzburg.
Mit Führungen durch die aktuellen Ausstellungen im „Museum-am-Dom“ und dem „Museum Kulturspeicher“.

Ägypten, Nordafrika, der Orient. Wer denkt dabei nicht an die Pyramiden, die Schätze der Pharaonen und das blaugrüne Band des Nils, der Lebensader Ägyptens? Wer denkt nicht an die flirrende Hitze der schier unendlichen Wüste, aus der die Städte gleich  einer Fata Morgana auftauchen – Wunder aus Tausendundeiner Nacht am azurblauen Meer? Und wer denkt nicht an die kulinarischen Genüsse und süßen Leckereien der Küche des Orients?
Ähnliches und mehr kann man auch in Würzburg erleben! Zwei geführte Ausstellungen laden zum Verweilen ein: Wege ins Jenseits – nie gezeigte Kostbarkeiten altägyptischer Kunst im Museum am Dom und Ordnung und Chaosim Museum im Kulturspeicher – wunderschöne, poetisch-lyrische Bilder von Paul Klee, von Wassily Kandinsky und ihrem Freund, dem Würzburger Hans Reichel. Natürlich bleibt genügend Zeit für die übrigen Sammlungen der beiden besuchten Museen mit beeindruckenden Werken Tilman Riemenschneiders und der „Op Art“.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen leckerer nahöstlicher Gerichte in einem arabischen Restaurant spazieren wir durch das Gewirr der Würzburger Altstadtgassen, um kaum bekannte Geheimnisse dieser uralten Stadt zu lüften.
Am späten Nachmittag klingt der Tag dann beinahe märchenhaft aus, wenn wir uns am künstlich aufgeschütteten Sandstrand eines Café-Restaurants am Main in der Sonne rekeln und den schönen Tag mit all dem, was uns schmeckt, in froher und entspannter Runde  genussvoll ausklingen lassen.

Juni 2005
„Sehnsucht nach Italien?“ –
Augenweiden und Gaumenfreuden zwischen Steigerwald und Main.
Mit Besuch der Ausstellung “Endlich in Rom. Deutsche Künstler des 19. Jahrhunderts in Italien“ in Schweinfurt

Die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland sind reichhaltig: Augenweiden und Gaumenfreuden faszinieren den Freund und Reisenden seit vielen Jahrhunderten.
Der Zeit der Romantik in Italien widmet sich die große Sonderausstellung des Museums Georg Schäfer in Schweinfurt: “Endlich in Rom. Deutsche Künstler des 19. Jahrhunderts in Italien“, durch die am Vormittag geführt wird. Beim Betrachten der ausgestellten Werke drängen sich Vergleiche der klassischen Regionen Italiens mit der Kulturlandschaft des westlichen Steigerwaldes auf. Bei der Weiterfahrt verstärkt sich der Eindruck, denn der Begriff „Kulturlandschaft“ ist hier wörtlich zu nehmen: Wo sonst harmonieren Natur und Kultur in dieser Weise, gehen leibliche Genüsse, wie Spargel und Wein, eine fruchtbarere Symbiose mit der Umgebung ein, als in dieser sanft gewellten, Auge und Geist ansprechenden Region? Im Herzen dieser italienisch anmutenden Landschaft, mitten im fränkischen Spargelanbaugebiet, liegt das romantische Prichsenstadt, wo wir zu Mittag einkehren – und Spargel und Wein im Gasthaus „Alte Schmiede“ genießen werden. Castell, der ländliche Fürstensitz, umgeben von Weinbergen, überragt von Befestigungsanlagen, beeindruckt durch Bauten aus 1200 Jahren Geschichte. Beim Spaziergang von den im Wald versteckten Burgen, die ich einst selber ausgrub, hinunter in den Ort, zu Grafschaftskirche, Schloss und Wildbad, gleitet der Blick weit hinein in die Ebene des Maintals.
Weiter im Süden beherrscht das Weingut  Schloss Frankenberg mit Giebeln und Türmen die liebliche Landschaft. Im Garten des Freiherrn von Lerchenfeld lassen wir den schönen Tag bei einem guten Schoppen des hauseigenen Weins genussvoll und stimmig ausklingen.

März 2005
„Saalfeld und das Thüringische Schiefergebirge“ –
Kultur und Natur an Loquitz, Saale und Orla

Nördlich von Kronach, schon jenseits des „Rennsteigs“, der als Grenzpfad zwischen Franken und Thüringen dem Kamm des Waldgebirges folgt, das hier „Frankenwald“, dort „Thüringer Schiefergebirge“ genannt wird, entspringt die Loquitz.  Ihrem Lauf folgend, durch Ludwigstadt und vorbei an Lauenstein mit seiner berühmten Burg fahrend, durch ausgedehnte, uralte Wälder, einem Meer aus Eichen, Buchen und Fichten gleichend, erreicht man das alte, im Mittelalter überaus bedeutende Saalfeld. Das mittelalterlich geprägte Stadtbild mit spätgotischem Rathaus, frühbarockem Schloss, Stadtkirche und prächtigen Bürgerhäusern wird von der Stadtmauer mit Toren und Türmen umzogen. Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die Burgruine Hoher Schwarm, eine Anlage ähnlich dem „White Tower“ von London!
Entlang der Saale und der Orla weiterfahrend, erblickt man schon von weitem das imposante Bergschloss von Ranis, das von steiler Felsbastion Ort und Landschaft beherrscht, denn weit hinaus ins Land reicht hier der Blick! Im tausend Jahre alten Schloss, das sich uns nun im Stil der Renaissance zeigt, befindet sich das Landschaftsmuseum des Orlagaus mit reichhaltigen Sammlungen zu Archäologie, Geschichte und zur Volkskunde. Ziegenrück, ein Städtchen, „versteckt“ in einem engen, gewundenen Tal der Saale, überragt von der auf steilem Fels thronenden Burganlage, wirkt vor allem durch das perfekte Zusammenspiel der Architektur mit der umgebenden Natur.
Das gemeinsame Mittagessen Thüringer Gerichte in Saalfeld und der „Gesellige Ausklang“ bei fränkischen Brotzeiten im unweit von Hof gelegenen Joditz, vervollständigen den entspannten und interessanten Tagesausflug in eine kaum bekannte Landschaft, die nah – und gleichzeitig doch immer noch allzu fern ist!

Übersicht über Kulturreisen 2004

Dezember 2004
„Regensburg und Bamberg zur Weihnachtszeit“ –
Zwei schöne Städte im Vergleich.

Kulturhauptstadt Europas? Weltkulturerbe? Auf jeden Fall ist Regensburg einmalig! Vor fast 200 Jahren von den Römern gegründet und damit gut doppelt so alt wie Bamberg, war Regensburg im Mittelalter der zentralste Ort ganz Süddeutschlands, Residenz von Königen und Kaisern, Bischofssitz, Fernhandelsstadt und Wirtschaftszentrum: Kurzum: Eine echte Metropole.
Vorbei an glanzvollen Palästen, die noch heute von hohen Türmen überragt werden, durchschreiten wir uralte, enge Gassen mit wunderlichen Namen, um zum Meisterwerk französisch geprägter Gotik, dem Dom St. Peter und zum Historischen Museum, Schatzhaus großer Kostbarkeiten der Vergangenheit, zu gelangen. Lebendiges Handwerk in Tradition alter Zeiten, bietet der “Lucrezia-Markt” der Kunsthandwerker im Herzen der Altstadt, der neben dem traditionellen Christkindlmarkt zu einem der schönsten Weihnachtsmärkte des deutschsprachigen Raums gekürt wurde. In der für ihre Bratwürstl berühmten “Wurstkuchl”, unmittelbar an der Steinernen Brücke an der Donau gelegen, essen wir gemeinsam gut zu Mittag – und in einem gotischen Festsaal ohnegleichen, lassen wir, bei weihnachtlichen Naschereien, den wunderbaren Tag in gewohnter Weise genußvoll und gesellig ausklingen.

Im Fahrtpreis ist eine zweistündige Stadtführung durch Bamberg mit Führung durch die Weihnachtsausstellung des Historischen Museums: “St. Nik’laus komm in unser Haus” enthalten.

November 2004
„Entlang den Windungen des Mains“ –
Eine Kulturfahrt in den Spessart zu alten Städten, Burgen und Klöstern und nach Miltenberg.

Der Main scheint nicht zu wissen was er will – wieder und wieder windet er sich in Schleifen durch altes Bauernland, durchfließt in engen Windungen waldreiche Täler, an dern Hängen Burgen von vergangenen Tagen träumen.
Die herrliche Burg Homburg ob der Werrn überrascht mit grandiosen Ausblicken weit hinaus ins Land, bis hin zum Spessart. Rothenfels am Main, ein Städtchen mit Bauten des Mittelalters und der Renaissance, verzaubert uns genauso wie die, in einem gewundenen Waldtal versteckt liegende ehemalige Kartause Grünau, in der wir gemeinsam gut zu Mittag essen. Entlang den Windungen des Mains fahrend, vorbei an kaum bekannten Burgen, erreichen wir die Fachwerkhäuser, der sich in eine Fluss-Schleife schmiegenden Stadt Miltenberg, deren “Museum am Schnatterloch” uns ebenso beeindruckt, wie das “Kaffeehaus Altstadt Markt”, in dem wir in gewohnt froher und geselliger Runde bei Kaffee, Kuchen oder einem guten Schoppen Wein den schönen und stimmigen Tag harmonisch ausklingen lassen wollen.

Oktober 2004
„Grünewald und die Fränkische Schweiz“ –
Unbekannte Schätze des Mittelalters und die Bayerische Landesausstellung in Forchheim.

September 2004
„Augsburg im Sommer“ –
Eine lebendige Stadt mit großer Vergangenheit.
Eine Kulturreise unter Mitwirkung von Rosemarie Ruegg mit Führung durch eine der prächtigsten Synagogen Europas.

Augsburg: Eine Stadt, durchaus würdig „Kulturhauptstadt Europas“ zu sein: Vom über 70 Meter hohen Perlachturm, genießen wir einen atemberaubenden Fernblick über die Stadt und bei Föhn bis zu den Alpen; im prächtigen Rathaus der Renaissance, beeindruckt der schönste Innenraum, der sich aus alter Zeit erhalten hat: Der Goldene Saal. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in einem der ältesten Gasthäuser inmitten der Altstadt, vorbei an den im italienischen Stil gebauten Palästen der reichen Kaufherren, der Fugger und der Welser, erreichen wir die stille Fuggerei – Sinnbild der Sozialfürsorge vergangener Zeiten.
„Wo Licht ist, ist auch Schatten“ – die  dunklen Seiten glanzvoller Geschichte offenbart uns die in Augsburg lebende Schweizerin Rosemarie Ruegg: Vom Geburtshaus Bertolt Brechts mit seinem kleinen Museum ist es nicht weit zur überaus schönen und prächtigen Jugendstil Synagoge, die an die unwiederbringlich verlorene religiöse und kulturelle Vielfalt Augsburgs erinnert.
Beim gewohnt „Geselligen Beisammensein“ in gemütlicher Runde, beschließen wir den Tag voller Eindrücke einer wunderbaren Stadt. Resümee: Augsburg: Eine Stadt, die bewegt!

Juli 2004
„Zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge“ –
Kultur und Natur im Bayerischen Vogtland.

Den nordöstlichsten Zipfel Oberfrankens, der in unvergleichlicher Weise mit unendlich weit wirkender Natur beeindruckt, gilt es zu erkunden. Am Morgen erreichen wir eine Stätte besonderer Art: Umgeben von alten Bäumen und Obstbaumwiesen, am ursprünglichen und angestammten Platz, liegt das “Oberfränkische Bauenhofmuseum Kleinlosnitz”. Von dort ist es nicht weit zum Gipfel des “Großen Waldstein”, bekrönt vom “Roten Schloss”, von wo sich atemberaubende, ja berauschende Perspektiven, weit hinaus ins Land und bis hinein nach Böhmen, eröffnen. Wer will, kann beim gemeinsamen Mittagessen in Schwarzenbach/Saale, wo der Dichter Jean Paul seine Jugend verbrachte, seinen Gaumen mit dem Genuß von Pfifferlingen verwöhnen. Danach führt uns der Weg nach Pilgramsreuth, einer versteckt liegenden Ortschaft, dominiert von der mächtigen gotischen Pfarrkirche. Der “Schönste Park Deutschlands 2003″, der Theresienstein oberhalb der Stadt Hof, beeindruckt mit seltenen Pflanzen und unverfälscht erhaltener Architektur heimischen Jugendstils. In Joditz, dem Ort der Kindheit Jeans Pauls, gelegen an einer Schleife der Saale, beschließen wir den Tag, die Fahrt durch die seelenberuhigendste Landschaft, die man sich vorstellen kann, beim gewohnt “Geselligen Beisammensein” in gemütlicher Runde.

Juni 2004
„Leben . . . wie Gott in Franken“ –

Augenweiden und Gaumenfreuden zwischen Steigerwald und Main.

Zum Ende der Spargelzeit gilt es die alte Kulturlandschaft des westlichen Steigerwaldvorlandes zu erkunden. Der Begriff “Kulturlandschaft” ist hier wörtlich zu nehmen, denn nirgendwo sonst gehen Kultur und Natur eine fruchtbarere Symbiose ein, als in dieser sanft gewellten, Auge und Geist beruhigenden Landschaft.
Nachdem wir Gerolzhofen mit seiner bewegten Silhouette hinter uns gelassen haben, öffnet uns in Zeilitzheim Baron von Halem das Tor seines Landschlosses aus der Zeit des Frühbarock, und im mittelalterlich-engen Prichsenstadt tut es eine Winzerin ihm gleich, wenn sie nur für uns die Tür ihrer Heckenwirtschaft aufstößt, um unseren Gaumen zu Mittag mit Spargel und eigenem Wein zu verwöhnen. Schlossherren, Winzer und Spargelbauern geben uns das Geleit, wenn wir entlang der waldreichen Höhen des Steigerwaldes und des Schwanberges, vorbei an Burgen, Schlössern und barocken Kirchen, ins altfränkisch geprägte Iphofen mit dem sich gen Himmel reckenden Turm der Pfarrkirche St. Veit, fahren. Diese Kirche, wie den ganzen wunderbaren Ort und die Sonderausstellung des Knauf-Museums: “Schokolade – Der Siegeszug der süßen Verführung”, werden wir betrachten, ehe wir am frühen Abend den gelungenen Tag, die Fahrt durch eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft, im “Landhotel Neuses” (am Sand) im “Geselligen Beisammensein” genussvoll ausklingen lassen.

Mai 2004
„Tilman Riemenschneider und Würzburg“ –
Die große Doppelausstellung über Riemenschneider und Sehenswürdigkeiten einer uralten Stadt. Wiederholung der April-Fahrt aufgrund großer Nachfrage.

April 2004
„Tilman Riemenschneider und Würzburg“ –
Die große Doppelausstellung über Riemenschneider und Sehenswürdigkeiten einer uralten Stadt.

Nachdem die letzten Fahrten nach Gotha, Augsburg und für ein Wochenende nach München führten, steht nun die Stadt Würzburg und mit ihr ein besonderer künstlerisch-kultureller Höhepunkt auf dem Programm der “Kulturreisen”. Das Werk des genialen Tilman Riemenschneider wird gleich an zwei Orten in Würzburg gezeigt: Werke seiner Blütezeit im “Mainfränkischen Museum” auf der Festung Marienberg, Werke seiner Glaubenswelt im “Museum am Dom”. Keinem anderen Bildhauer der Spätgotik gelang, was Riemenschneider erreichte: Seinen Schöpfungen scheint Leben eingehaucht worden zu sein, und doch wirken sie weltabgewandt und einzig und allein dem Jenseitigen verpflichtet.
Das Diesseitige jedoch – ein herzhaftes Essen in den Burggaststätten, eine Führung über die Festung Marienberg und zu Bauten vieler Jahrhunderte in der uralten Stadt, der Besuch des Juliusspitals, prachtvolle Krönung Würzburger Architektur der Renaissance, der Genuss fränkischen Weins in geselliger Runde, von den die Stadt umkränzenden stolzen Hängen – ist Würburger Wesensart: Köstliche Losgelöstheit aus erdgebundener Schwere, Eintauchen in Harmonie und Lebensfreude.

März 2004
„Picasso und München“ –
Eine Wochenendfahrt nach München zur großen Picasso-Ausstellung, zu den Sehenswürdigkeiten Alt-Münchens  und die Pinakothek der Moderne.

Nachdem uns die beiden letzten Fahrten Gotha in Thüringen und nach Augsburg geführt haben, steht nun Deutschland heimliche Kulturhauptstadt – München – auf dem Programm.
Heuer haben wir das Glück, der Welt drittgrößte Sammlung von Werken Picassos im Münchner Lenbachhaus zu Gast zu haben. 800(!) Originale Picassos “harren darauf” von uns bestaunt zu werden: Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Keramiken. Einen Teil des großen architektonischen und künstlerischen Reichtums der Stadt erleben wir bei der Führung zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten Alt-Münchens: Meisterleistungen der Vergangenheit, wie der Gebrüder Asam oder Leo von Klenzes. Doch auch die Gegenwart erzeugt Beeindruckendes: Die Pinakothek der Moderne, Glanzstück modernen Bauens von Stephan Braunfels, überrascht durch durch seine klaren und harmonischen Formen und bietet Sammlungen und wechselnde Ausstellungen zu Kunst, Graphik, Design und Architektur.
Übernachten werden wir in einem zentral gelegenen Hotel im Landhausstil, und das Essen lokaler Speisen, Samstagabend und Sonntagmittag, ist genauso arrangiert wie die Möglichkeit den Abend in gewohnt-geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Januar 2004
„Augsburg und das Urmel“ –
Eine lebendige Stadt mit großer Vergangenheit.
Mit einer Führung durch die Augsburger Puppenkiste.

Es ist das Urbane, das Weitläufige, was der Besucher Augsburgs zuerst spürt – zwei Jahrtausende nachdem die Römer die Stadt gründeten, ein halbes, seit Augsburg unter den Fuggern und Welsern eine Weltstadt und die reichste Stadt des Abendlandes war. Unzählbar sind die Sehenswürdigkeiten dieses wunderbaren Ortes und nicht an einem Tag alleine zu bestaunen – weswegen wir zweimal, nun und im Spätsommer, im September, Augsburg erneut erkunden wollen.
Beginnend am uralten Dom mit seinen ehernen Toren, zum Wahrzeichen der Stadt, dem prächtigen Rathaus der späten Renaissance – Meisterwerk des genialen Baumeisters Elias Holl – mit dem wohl schönsten Innenraum, der sich aus alter Zeit erhalten hat – dem “Goldenen Saal”, entlang der prächtigen Maximilianstraße, gesäumt und geziert von Palästen und Brunnen, zur riesigen, fensterhellen spätgotischen Kirche St. Ulrich und Afra mit ihrer atemberaubenden Innenausstattung und ihrem himmelhochragenden Turm, wird uns unser Weg durch diese Stadt führen – nur unterbrochen vom Genuss schwäbischer Spezialitäten in einem der ältesten Gasthäuser inmitten der Altstadt.
Mit einem Besuch der “Augsburger Puppenkiste” und einem Wiedersehen mit den Freunden unserer Kindheit – mit Kater Mikesch, König Alfons, dem Viertelvorzwölften und dem unvergessenen Urmel – beschließen wir bei Kaffee und Kuchen, Bier oder Wein den abwechslungsreichen und wundervollen Tag!

Übersicht über Kulturreisen 2003

November 2003
„Gotha – und der Palast des Wissens“ –
Eine Fahrt nach Thüringen und zu den Schätzen aus St. Petersburg.

An den nördlichen Ausläufern des Thüringer Waldes liegt die alte Residenzstadt Gotha. Von einer Anhöhe, umgeben vom weitläufigen Park, dominiert Schloss Friedenstein, größter Schlossbau Thüringens, die sich ihr zu Füßen duckende Stadt. Das Schloss birgt Kunstschätze jedweder Art: In Stilräumen verschiedener Epochen sieht man archäologische Sammlungen, Werke von Cranach bis Rubens, Skulpturen, Porzellane, volkskundliche bestände, Ostasiatika  – und zur Zeit: “Der Palast des Wissens – die Kunst und Wunderkammer Zar Peter des Großen aus der Eremitage in St. Petersburg”. Legendäre Goldschätze der Skythen und anatomische Präparate, Schamanenkostüme und Geschenke fremder Mächte – alles in allem: Dinge, die man wohl nur ein einziges Mal im Leben zu sehen bekommt.
Leibliche Genüsse können beim gemeinsamen Mittagessen thüringischer Spezialitäten befriedigt werden; der Besuch des stimmungsvollen Weihnachtsmarktes kann vielleicht auch mit “geistigen” Freuden zufriedenstellen.

Oktober  2003
„Wakan Tanka: Das große Geheimnis“ –
Eine Kulturreise auf den Spuren der Indianer und des Judentums in Mittelfranken und Bayerisch-Schwaben. Ein Beitrag zu den „Interkulturellen Wochen“ der Stadt Bamberg in Zusammenarbeit mit Chriss Fiebig, Kulturbeauftragte der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg e.V. , mit einer musikalischen Darbietung des Duos HEVOVITASTAMIUTSTO aus Ansbach.

Seit Jahrhunderten und bis vor gar nicht so langer Zeit, da lebten in Franken und in Bayerisch-Schwaben, wie auch woanders, Menschen unterschiedlichen Glaubens – Christen und Juden – weitgehend friedlich Tür an Tür und respektierten einander. Die Mitbürger jüdischen Glaubens sind „verschwunden“, ihre lebendige Kultur verloren – ihre Bauten muss man suchen: Stille, versteckt liegende Friedhöfe, wie der in Georgensgmünd; Gehäuse, die einstmals Synagogen waren, wie das im maurischen Stil errichtete ehemalige Gotteshaus in Hainsfarth, weisen auf ehemals fruchtbares Zusammenleben hin.
Das, was bei uns geschah, widerfuhr auch den Indianern Nordamerikas: Obwohl beide Bevölkerungsgruppen kaum zu vergleichen sind, eint sie ihr gemeinsames Schicksal. Der Besuch der Sonderausstellung: „Wakan Tanka: Indianer in Oettingen“ im fürstlichen Schloss, einer Zweigstelle des Staatlichen Museums für Völkerkunde München, lässt uns eintauchen in die erloschene Kultur der Reiterkrieger und Bisonjäger, der Cheyenne und anderer Stämme. Die Musik des Duos HEVOVITASTAMIUTSTO (Knochenflöte, Schrapper und Gesang) vertieft das Gesehene in unnachahmlicher Weise.
Der Spaziergang durch das unbekannte Spalt, schwäbische Küche beim gemeinsamen Mittagessen in Fürnheim und die Stadtführung durch die Residenzstadt Oettingen mit geselligem Ausklang in einer gemütlichen Gaststätte runden den Tag – voll der unterschiedlichsten Eindrücke – harmonisch ab.

September 2003
„Der Winterkönig und der Pegnesische Blumenorden –
Wiederholungsfahrt zur Bayerischen Landesausstellung in Amberg mit verändertem Rahmenprogramm.

Kaum jemand, der die herb-schöne, oft schwermütige Landschaft der Fränkischen Alb bereist, wo sattgrüne Wiesen und blumige Auen, durchflossen von blaulichten Flüssen, sich in weiten, waldreichen Hochflächen verlieren, wo Amberg, die über Jahrhunderte gewachsene, mauerumgürtete Stadt an der stillen Vils, ihre Türme gen Himmel reckt, erahnt, dass hier Weltgeschichte “geschrieben wurde” – und stattfand:
“Der Winterkönig – der letzte Kurfürst aus der Oberen Pfalz”, ließ mit seiner Entscheidung die Krone Böhmens zu nehmen den 30jährigen Krieg und mit ihm all das Leid der Zeit beginnen. Die Landesausstellung mit ihren Kunstwerken aus aller Herren Länder lassen vor unseren Augen eine Epoche glänzender Feste und der Blüte der Kunst wiedererstehen, als Amberg Residenz und Mittelpunkt der Oberen und Unteren Pfalz war.
Lokale Speisen, genossen in einem Amberger Traditionslokal stärken uns für den Stadtrundgang zu Ambergs Sehenswürdigkeiten … und für die Fahrt ins nahezu unbekannte Knoblauchsland:
Nicht weit entfernt der Wehrkirche von Kraftshof erstreckt sich der verwilderte  Irrhain des “Pegnesischen Blumenordens”, einer poetisch-literarischen Vereinigung, die, inmitten freier, doch geordneter Natur, das Ende des unheilvollen 30jährigen krieges herbeisehnte. Unweit erhebt sich Schloß Neunhof, eines der wehrhaften und wunderschönen Offenhäuser, inmitten seines barocken Parks. Vis-à-vis lassen wir den Tag – wie immer – in gemütlicher Runde ausklingen; den Tag, der uns Zeugnisse einer bewegten Zeit vor Augen führte – gleich einem Spiegel, uns selbst zu erkennen.

August 2003
„Hundertwasser und die Südsee“ –
Die „Hundertwasser-Ausstellung“ in Roth und unbekannte Gefilde der „Fränkischen Alb“.

Die Südsee … Inseln und Atolle mit goldfarbenen Stränden und sich im sanften Wind wiegenden Palmen verlieren sich in der unendlichen Weite des azurblauen Meeres. Diese Welt ist Synonym für das Irdische Paradies und spiegelt die Sehnsucht nach dem einfachen Leben in unverdorbener Natur, in den “Gefilden der Seligen”, wider.
Im Rother Schloss Ratibor beginnt unser Tag mit den farbenfrohen und ausdrucksstarken Bildern von Hundertwasser und Hasegawa: Licht und Heiterkeit, natürliche Harmonie, Frieden und Freude scheinen eingefangen und auf Papier gebannt worden zu sein. “Schätze der Südseevölker” - Masken, Kleidung, Werkzeuge und vieles, vieles mehr – bestaunen wir am Nachmittag in Nürnberg. In einem der bedeutendsten Völkerkundemuseen Süddeutschlands erleben wir die Ferne ganz, ganz nah und können vom – verlorenen – Paradies träumen.
Auch auf der Fränkischen Alb und auch in der Oberpfalz träumten die Menschen und versuchten ihr Glück zu leben: Die Kirche von Seligenporten, errichtet von Zisterzienserinnen, birgt perfekte Handwerkskunst des Hohen Mittelalters. Gestärkt durch ein frugales Mahl im Kreuzgang des alten Klosters, erleben wir – gen Ostend fahrend und doch nicht allzu weit entfernt – das schönste Beispiel hochbarocker Architektur in Bayern: Ein Gesamtkunstwerk – gleich einer Vision des Paradieses – ist der Innenraum der Wallfahrtskirche von Freystadt, wo nur für uns die Klangfülle der mächtigen Orgel erschallt!
Der Tag – er endet beim geselligen Ausklang in Nürnberg. Vielleicht werden wir dort unsere “Gefilde der Seligen” finden  – das leibliche und irdische Paradies: Freude, Freunde, Speis und Trank!

Juli 2003
„Tilman Riemenschneider und Balthasar Neumann“ –

Altes und Neues in Würzburg und die Gärten von Veitshöchheim und Castell.

Veitshöchheim - und sein Park: Anmutig schmiegt sich dieser Zaubergarten in die sonnig südliche, fränkische Mainlandschaft.
In der leuchtenden Frische des Morgens schlendern wir auf verschwiegen verschlungenen Pfaden – vorbei an “chinesischen” Pavillons und köstlichen Figurengruppen – zu jenem Märchensee mit seinen feinengeschwungenen Ufern und stolzen Schwänen, der das Herz dieses schönsten der deutschen Rokokogärten bildet.
Würzburg - einst die “Perle am Main”: Tilman Riemenschneider und Balthasar Neumann, Kunst der Antike und Architektur der Moderne vereinigen sich hier in fruchtbarer Symbiose.
Ein neues Museum – das “Museum am Dom” - öffnet für uns und für jeden an Kunst Interessierten seine Pforten. Der Main, er windet sich wie eh und je majestätisch durch die uralte Stadt; uns jedoch – gestärkt durch ein gutes Essen eines Würzburger Traditionslokals – eröffnen sich von der Alten Mainbrücke, wie von der Feste Marienberg, unglaubliche Ausblicke, und wieder und wieder sieht man die, die Stadt umkränzenden, stolzen Weinhänge. Würburg – das ist köstliche Losgelöstheit aus erdgebundener Schwere, ist Eintauchen in Anmut und Harmonie und Lebensfreude.
Castell – “das Fränkische Troja”: Kontinuität über viele Jahrhunderte – Geschichte zum Erleben. Das Weinfest im Schloßpark – der krönende Abschluß eines herrlichen Tages in Unterfranken.

Juni 2003
„Der Winterkönig und das Goldene Zeitalter“ –
Ein Sommerausflug in die Oberpfalz und zur Bayerischen Landesausstellung nach Amberg.

Die Oberpfalz … Eine andere Luft weht hier als im Süden, auch als am Main: Strenger und kühler, die Fernen mehr schwärzend als blauend. Wildnis und Einsamkeit prägen das herbe und schwermütige Land. Weite, waldreiche Hochflächen sind von tiefen und engen Tälern durchschnitten; alte Burgen träumen an dunklen Wassern von großer Vergangenheit und Reichtum, erinnern sich der Zeit als nicht Regensburg, sondern Amberg, die turm- und torereiche, mauerumgürtete Stadt an der Vils, das historische Zentrum der Oberpfalz war. Wer durch das Nabburger Tor die Stadt betritt, findet Prächtiges in Fülle: Kirchen mit hochragenden Türmen, das Schloß, das gotische Rathaus, Klöster und Bürgerhäuser; und immer wieder führen Brücken über die stille Vils. Amberg: Eine Stadt, gewachsen über Jahrhunderte und vom Krieg verschont. In die Zeit, in der Amberg “Weltgeschichte” schrieb, führt uns die Bayerische Landesausstellung 2003: “Der Winterkönig – der letzte Kurfürst aus der Oberen Pfalz”. Schätze und Kunstwerke aus 10 europäischen Ländern lassen eine Epoche vor unseren Augen wiedererstehen, die im Glanze des “Goldenen Zeitalters” erstrahlte.
Auf dem Hin- und Rückweg unserer Fahrt nach Amberg sehen wir seltene Kostbarkeiten großer Architektur und Malerei des frühen 12. Jahrhunderts, der Zeit der Romanik: Perschen, Venedig bei Nabburg und Kastl ob der Lauterach.
Gemeinsam werden wir in einem Amberger Traditionslokal gut zu Mittag essen und am frühen Abend den schönen Tag gesellig und in froher Runde ausklingen lassen.

Mai 2003
„Annäherungen“ –
Eine Kulturreise
entlang der Aisch und Gollach zu Spuren des Christen- und Judentums und des Islams und zu den “Schätzen aus dem Land der Beduinen” in Ipfofen. Musikalisch auf der Bağlama bereichert durch Tamer Abd ar-Rahman.

Seit Jahrhunderten und bis vor gar nicht so langer Zeit, da lebten hier in Franken, wie auch anderswo, Menschen unterschiedlichen Glaubens – Christen, Juden und auch Muslime – weitgehend friedlich Tür an Tür und respektierten einander.
Bauten christlicher Frömmigkeit findet man allenthalben: Die romanische Klosterkirche in Münchsteinach birgt – wie die stilgleiche Kunigundiskapelle auf einer Anhöhe bei Burgerroth - seltene architektonische Schätze von hoher Bedeutung. Die Bürger jüdischen Glaubens “sind verschwunden” – ihre Bauten muß man suchen: Nur noch stille, ungenannte Friedhöfe und einige wenige Gehäuse, die einstmals Synagogen waren, wie das im maurischen Stil errichtete ehemalige Gotteshaus in Kitzingen, weisen auf ehemals fruchtbares Zusammenleben hin. Kaum noch etwas wüssten wir von Mitbürgern muslimischen Glaubens, die vor gut 400 Jahren auch in den fränkischen Gemeinden lebten – wären da nicht unbekannte Orte mit Halbmonden auf den Dächern.
Ein Märchen heutiger Tage erleben wir in der Sonderausstellung im Knauf-Museum der Stadt Iphofen: Die “Schätze aus dem Land der Beduinen” ermöglichen uns, “einzutauchen” in das Reich der Wohlgerüche und wunderbarer Farben, prachtvoller Textilien und glänzender Geschmeide – mit allen Sinnen “einzutauchen in den maurischen Sudan”. Als Vor-Geschmack auf diese Erlebnis-Ausstellung geniessen wir beim gemeinsam Mittagessen im Museums-Gasthof entweder kulinarische Köstlichkeiten des Oriens oder authentisch zubereitete koschere Gerichte der jüdischen Küche. Guten fränkischen Wein “schöppeln” wir dann beim abendlichen geselligen Ausklang auf dem Renaissanceschloss Frankenberg bei Weigenheim.
Höhepunkt der Fahrt wird jedoch das kleine Konzert von Tamer Abd ar-Rahman sein, der uns einige Volksweisen seiner syrischen Heimat auf der Bağlama, der Laute der türkisch-arabischen Welt, darbieten wird.

April 2003
„Ostern in der Fränkischen

Brauchtum, leibliche und sinnliche Genüsse einer Bilderbuchlandschaft.

Idyllische, wie gemalt wirkende Landschaften, finden sich auch und gerade in den oft zu Unrecht vergessenen Randbereichen der Fränkischen Schweiz.
Das Walberla, tief im Süden beeindruckt mit atemberaubenden Perspektiven weit hinaus ins Land. Alteingesessenes Handwerk und hochgeistige Genüsse gehen in der Edelbrennerei Haas in Pretzfeld eine stimmungsvolle und “geistreiche” Verbindung ein. Im Gasthaus Kroder in Wiesenthau-Schlaifhausen ißt man ebenso gut wie bodenständig Innereien (Spezialität “Schnickerli” – also in Stücke geschnittenes Kuheuter)  zu Mittag, und die Forellenzucht Aufseßtal in Wiesenttal-Wüstenstein hält “Lebend Frisches und Geräuchertes” für uns bereit.
Durch Orte der Hochfläche, in denen der Brauch des Osterbrunnenschmückens entstanden ist und wo er sich am ursprünglichsten erhalten hat, fahren wir in die vom mächtigen Renaissance-Schloß dominierte Töpfer-Stadt Thurnau, um in der Töpferei Schnauder Sanke – einer der vielen dort ansässigen Töpfereien – in Technik und Formen eingeführt zu werden. Eine Fränkische Schweiz en miniature, die harmonischste Verschmelzung pittoresker Naturformen und barocker Architektur, durchstreifen wir im Felsengarten “Sanspareil” bei Wonsees – dem “Schönsten Park Deutschlands 2002″. Ehe wir von der Giechburg mit ihrer berauschenden Aussicht auf Bamberg den Tag beschließen, zeigt uns der Besitzer der Confiserie Storath in Scheßlitz-Stübig den “Kleinen Luxus”, die Herstellung köstlicher Schleckereien aus Schokolade.

März 2003
„Natur-Theater“ –
Frühlingsfahrt nach Hennebergisch-Franken, weit hinein ins Heldburger Land und in die Theaterstadt Meiningen.

Zwischen Franken und Thüringen erstreckt sich eine anmutige, reich gegliederte Kleinlandschaft: Eingebettet zwischen sanfte Höhen, umgeben von lichten Eichen-Hainbuchenwäldern und Streuobstwiesen, schmiegen sich Mühlen, Gehöfte und hennebergisch-fränkisch geprägte Fachwerkdörfer in weite, wellige, von Rainen begrenzte Ackerflächen. Steil aufragende Kuppen, bekrönt von Mauern, die sich in den fahlblauen Himmel recken, wirken wie der Prospekt einer Inszenierung vergangener Tage:
Die “Fränkische Leuchte”, die Veste Heldburg, vereint große Architektur der Renaissance und die Phantasie des Historismus zur Kulisse eines romantischen Begschlosses. Gen Westen fahrend, vorbei an Burg Strauf, im Schatten der beiden Gleichberge, erreichen wir die Ackerbürgerorte Römhild und Bibra, berühmt durch die Werke Peter Vischers d. Ä. und des Till Riemenschneider. Nach dem gemeinsam verzehrten Mittagessen lokaler Speisen, durchschreiten wir die ehemalige Residenzstadt Meiningen, die durch prächtige Bauten und mondäne Boulevards beeindruckt. Weltberühmt war einst Meiningens Theater, das wesentlichen Einfluß auf die europäische Schauspielkunst nahm. Drei bedeutende Museen, voll von Schätzen jedweder Art, widmen sich auch und insbesondere diesem großartigen Erbe.

Februar  2003
„Grünewald und der Spessart“ –

Alte Städte, Burgen und Klöster und die Bayerische Landesausstellung in Aschaffenburg.

Leben und Werk des Malers Grünewald liegen im Dunkel des späten Mittelalters verborgen. In einem der prächtigsten Bauwerke der deutschen Renaissance, dem Aschaffenburger Schloss Johannisburg, versucht die Bayerische Landesausstellung 2002/2003 Licht ins Dunkel der Geschichte zu bringen und das “Rätsel Grünewald” zu lösen.
Entlang des Mains führt uns unsere Fahrt nach Karlstadt. Türme bestimmen das Bild der mittelalterlichen Stadt – steinerne Wohntürme reckten sich einst aus dem Zwielicht der schmalen Gassen gen Himmel und erinnern uns gleichsam an befestigte Burgen im Kleinen. Schutz, aber auch dumpfe Bedrückung, mag die große Burg Rothenfels für das sich unterhalb duckende, in seiner Enge verschattete Städtchen, bedeutet haben. Verborgen in alten geheimnisvollen Wäldern, in einem Tal der Tauber, breitet sich Kloster Bronnbach aus: Eines der bedeutendsten frühen Zisterzienserklöster in Deutschland. In der Kartause Grünau, die unser Bus nur auf gewundenem Waldpfad erreichen kann, werden wir im historischen Gewölbekeller gemeinsam zu Mittag essen.
Den Windungen des Mains folgend, durchfahren wir eine einzigartige – zu Unrecht vergessene – Burgenlandschaft, ehe uns das vieltürmige Schloss der Residenzstadt Aschaffenburg und in ihm die Pretiosen und das Werk Grünewalds willkommen heißen.

Januar 2003
„Caspar-Melchior-Balthasar – Ein König kam aus Afrika“ –
Repräsentation in Afrika und Altmühlfranken zwischen Wörnitz und Schwäbischer Rezat.

An der Wörnitz liegt Oettingen, und in einem Teil des fürstlichen Schlosses befindet sich eine Zweigstelle des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. “Könige in Afrika. Macht und Pracht der Gottkönige”, die momentane Sonderausstellung, zeigt über 200 Kostbarkeiten aus einer uns weitgehend unbekannten Welt; Schätze, wie sie wohl Caspar, einer der Heiligen Drei Könige, mit sich geführt haben mag!
Oettingen hinter uns lassend, erreichen wir Pappenheim. Nach dem gemeinsamen Mittagessen durchwandern wir die alte Residenzstadt – literarisch unsterblich geworden durch Friedrich Schillers “Wallensteins Tod”. Durchflossen von der sich windenden Altmühl und überragt von der mächtigen Burg, schmiegt sich die kleine Stadt malerisch zwischen waldreiche Höhen. Vor Schlössern und Kirchen, vor Zeugen großer Vergangenheit werden wir eine schöne Stadt erleben, die in solcher Unversehrtheit rar und nur noch selten zu sehen ist!
Entlang der Schwäbischen Rezat fahrend, passieren wir Graben, die “Fossa Carolina“, das Wunderwerk Kaiser Karl des Großen, und gelangen letztlich in die barocke Planstadt Ellingen, ehemals Residenz der Landkomture des Deutschen Ordens und Herrschaftszentrum der Ballei Franken, die damals über Franken hinaus ganz Süddeutschland umfasste.

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